In den Morgenstunden des 2. Juli 2011 sei es zwischen den beiden stark betrunkenen Männer- einem Kroaten und einem Deutschen- zu einer verbalen Auseinandersetzung vor einer Bar im Kreis 4 gekommen, schreibt der Tagesanzeiger. In der Folge habe der Kroate dem Deutschen einen Kinnhaken versetzt, worauf dieser umgekippt und ungebremst auf den Asphalt geprallt und regungslos liegengeblieben sei. Der Kroate sei kurz weggegangen, habe dann mit dem Fuss zweimal gegen den Kopf des Bewusstlosen getreten. Das Opfer sei drei Wochen später seinen Verletzungen erlegen.

Der Schläger sei vom Bezirksgericht Zürich wegen (eventual-) vorsätzlicher Tötung zu sieben Jahren Haft verurteilt, die zugunsten einer stationären Massnahme zur Behandlung von psychischen Störungen aufgeschoben worden sei. dabei habe sich der Beschuldigte gewehrt und den Fall vors Obergericht weitergezogen. 

Beim Prozess am Dienstag habe er gesagt, dass er vom Opfer vor der Bar angerempelt worden sei. Als er den Mann gefragt habe, ob er nicht aufpassen könne, habe ihm dieser einen Schlag auf den Kopf versetzt. Als Reaktion habe er zurückgeschlagen. Er sei auch nicht derjenige gewesen, der dem Opfer die zwei Fusstritte gegen den Kopf verpasst habe; das müsse einer aus der Gruppe vor der Bar gewesen sein. 

Allerdings sei der Kroate kein unbeschriebenes Blatt, schreibt der "Tagesanzeiger". Er habe in der Schweiz fünf Vorstrafen und sei schon zweimal ausgewiesen worden. In einem psychiatrischen Gutachten sei dem Mann eine dissoziale Persönlichkeitsstörung und eine hohe Rückfallgefahr für Gewaltdelikte bescheinigt worden. Staatsanwalt Matthias Stammbach habe eine Strafe von zehn Jahren sowie eine stationäre Massnahme gefordert. Der Verteidiger habe einen Freispruch vom Vorwurf der vorsätzlichen Tötung sowie eine Entschädigung und Genugtuung für die bereits dreijährige Haft gefordert. Der Angeklagte sei unter Alkoholeinfluss sehr aggressiv gewesen. Das Opfer habe bei einer Spezialeinheit in Afghanistan gekämpft und sei sehr gross und kräftig gewesen. Sein Mandant habe in Notwehr gehandelt und nicht mit voller Wucht zugeschlagen.

Das Obergericht habe den reuigen Kroaten zu 8 Jahren Gefängnis verurteilt. (fwa)