Lärmschutz

550-Tonnen-Tor kaputt: Der Flughafen macht mehr Lärm

Das Tor der Schallschutzhalle am Flughafen ist beschädigt.

Das Tor der Schallschutzhalle am Flughafen ist beschädigt.

Wegen eines technischen Defekts kann die Schallschutzhalle für Testläufe bei Flugzeugen derzeit nicht genutzt werden.

Am Flughafen Kloten steigen die Lärmemissionen vorübergehend an. Der Grund: Am Dienstagmorgen ist bei der Schallschutzhalle eines der zwei 550 Tonnen schweren Tore kaputt gegangen. Seit 2014 finden Stand-Testläufe von Flugzeugen in dieser Halle statt, um die Anrainergemeinden vor Lärmimmissionen zu schonen. Der Schaden betreffe das Gelenk des einen Tores, weshalb dieses seither blockiert sei, heisst es auf der Website der Flughafen Zürich AG.

Die Schallschutzhalle kann gemäss dieser Mitteilung deshalb derzeit nicht benützt werden. «Die Standläufe werden in nächster Zeit ausserhalb der Halle stattfinden, was zu zusätzlichen Lärmimmissionen führen wird», heisst es darin. Bis wann der Schaden behoben sein wird, sei noch nicht abschätzbar. Die Flughafenleitung werde jedoch alles daran setzen, die Lärmbelastung so gering wie möglich zu halten.

Ursache ist noch unbekannt

Wie es zum Schaden gekommen ist, wisse man noch nicht, teilt die Medienstelle der Flughafen Zürich AG auf Anfrage mit. Der Hersteller der je 55 Meter langen und 16 Meter hohen Tore aus Stahl und Beton sei aber umgehend aufgeboten und aufgefordert worden, die Reparatur einzuleiten, erklärt Mediensprecher Michael Stief.

In Betrieb genommen wurde die Schallschutzhalle 2014 nach fast zwei Jahren Bauzeit. Dies, nachdem das Bundesamt für Zivilluftfahrt bereits 2005 verfügt hatte, dass die Flughafen Zürich AG eine Schallschutzvorrichtung zur Entlastung der Anrainergemeinden des Flughafens zu errichten hat.

Der Bau der heutigen Lärmschutzhalle, die insgesamt rund 32 Millionen Franken kostete und hauptsächlich aus dem Fluglärmfonds bezahlt worden ist, darf als Pionierleistung bezeichnet werden. Bei ihrer Eröffnung existierte in Europa erst eine Handvoll ähnlicher Einrichtungen – auf den allermeisten Flughäfen sind Standläufe unter freiem Himmel zugelassen.
150 Dezibel im Innern der Halle

Schon vor der Einweihung zeigte sich bei Lärmmessungen, dass die neue Schallschutzmassnahme effektiv ist. Während im Inneren der Halle während der Tests etwa 150 Dezibel gemessen wurden, stellte man in den Anrainergemeinden Immissionspegel von zwischen 50 und 60 Dezibel fest.

Nun, da dieser Lärmschutz wegfällt, dürfte sich das in den umliegenden Gemeinden stark bemerkbar machen. Bis jetzt, sagt Mediensprecher Stief, seien jedoch noch keinerlei Reklamationen registriert worden – weder über die Lärm-Hotline noch auf anderem Weg.

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