Bezirksgericht Zürich

51 Monate Knast für brutalen «Züri-Fest-Schläger»

Durchzogene Urteile für Tamilen-Trio (Themenbild).

Durchzogene Urteile für Tamilen-Trio (Themenbild).

Laut Anklage haben drei Tamilen am Züri-Fest 2013 einen Schweizer fast zu Tode geprügelt. Am Montag kassierte der Haupttäter eine Freiheitsstrafe von über vier Jahren. Ein Mittäter erhielt 15 unbedingt. Der andere wurde mangels Beweisen entlastet.

Laut dem Geschädigten-Anwalt handelte es sich bei den drei Beschuldigten um Mitglieder der berüchtigten Schlägergang «Snakes». Es sind überwiegend schweizweit vernetzte Secondos von tamilischen Einwanderern. Im Rahmen einer No-Future-Mentalität verüben sie brutale Angriffe auf unbeteiligte Menschen. Dazu passten auch die Vorwürfe vom 6. Juli 2013, als sich die einschlägig wegen Gewaltdelikten vorbestraften Tamilen am Züri-Fest aufhielten und in den späten Abendstunden auf dem Sechseläutenplatz aus nichtigem Anlass auf einen jungen Schweizer losgingen.

Mit Bierflasche beinahe getötet

Zuerst schlugen sie mit Fäusten auf ihn ein. Bis der Haupttäter dem Opfer von hinten eine Bierflasche auf den Kopf schlug und diesen aufgrund von schweren Halsverletzungen lebensgefährlich verletzte. Einer der Täter wohnte in Schlieren, wohin die Angreifer nach der Bluttat auch flüchteten. Während die Familie des Geschädigten öffentlich eine Belohnung für die Ergreifung der Täterschaft aussetzte, tappte die Polizei zunächst mehrere Wochen lang im Dunkeln. Bis sie die drei Männer Ende September festnehmen konnte. Sie sitzen seither im Gefängnis und mussten sich am Montag vor dem Bezirksgericht Zürich verantworten.

Vor den Schranken zeigten sich die Männer nur teilgeständig. Immerhin gab der Hauptbeschuldigte den fatalen Schlag mit der Bierflasche zu, machte aber Notwehrhilfe geltend. Zudem habe er das Opfer gar nicht verletzen wollen, führte er aus. Der Mann aus Schlieren gestand einen Faustschlag ein, mache aber geltend, vom Opfer vorher mit Schimpfwörtern provoziert worden zu sein. Der Dritte im Bunde stellte sich als Mitläufer und Gaffer dar. Alle drei Beschuldigten machten zudem einen starken Alkoholrausch für die Tatzeit geltend.

Hohe Strafen gefordert

Die zuständige Staatsanwältin verlangte wegen schwerer Körperverletzung, Angriffs und weiterer Delikte hohe, unbedingte Freiheitsstrafen. Sechs Jahre für den in der Schweiz geborenen und aufgewachsenen Hauptbeschuldigten, 28 Monate und 26 Monate für die Mitbeschuldigten. Die Verteidiger setzten sich für erheblich mildere Strafen von bis zu zwölf Monaten oder gar Freisprüche ein.

Das Gericht kam zum Schluss zu unterschiedlichen Urteilen. Der Haupttäter und Anführer mit der Bierflasche kassierte wegen schwerer Körperverletzung eine hohe, unbedingte Freiheitsstrafe von 51 Monaten und wurde damit hart angepackt. Zudem muss er dem Geschädigten eine Genugtuung von 25 000 Franken bezahlen und nach der Haftentlassung mit der Ausweisung aus der Schweiz rechnen. Mit 15 Monaten unbedingt kam der Faustschläger aus Schlieren wesentlich milder davon. Der Dritte wurde von den Gewaltvorwürfen sogar gänzlich freigesprochen und kassierte lediglich für Strassenverkehrsdelikte eine Geldstrafe von 2700 Franken verbunden mit einer Busse von 300 Franken. Beide Mitbeschuldigten sollen zudem bereits am Dienstag aus der Haft entlassen werden.

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