Die Gewinnerin der Top-100-Start-ups der Schweiz 2018 heisst – zum zweiten Mal in Folge – Ava. Am Mittwochabend verlieh das Venturelab des Instituts für Jungunternehmen in der Zürcher Maag-Halle zum siebten Mal den Top 100 Swiss Start-up Award.

Die Gewinnerin, das Zürcher Start-up Ava, vertreibt seit 2014 ein Zyklusarmband, das im Schlaf unterschiedliche Körperwerte misst und damit den weiblichen Zyklus berechnet. Dass das Start-up bereits zum zweiten Mal das Ranking der 100 besten Jungfirmen der Schweiz anführt, hat seine Gründe: Das Team um Gründerin Lea von Bidder hat seit dem Start 42,3 Millionen Dollar Finanzierungsgelder akquiriert, 70 Arbeitsplätze geschaffen und ein Zweitbüro in San Francisco ins Leben gerufen. Von Bidder erhielt zudem einen Platz auf der Forbes-Liste «30 under 30», welche die weltweit innovativsten Jungunternehmer kürt. «Der Gewinn der Top-100-Auszeichnung im Jahr 2017 gab uns zusätzlichen Schub, der zu unserem fantastischen Wachstum in den letzten zwölf Monaten substanziell beigetragen hat», wird Ava-Mitgründer Pascal König in einer Mitteilung zitiert.

Fünf weitere Start-ups aus dem Raum Zürich haben es unter die ersten zehn Ränge geschafft. Dazu gehören die Jungfirma Cutiss, die künstliche Menschenhaut züchtet, sowie Visantis, die Arzneimittel und Diagnosemethoden für Patienten mit Lebererkrankungen entwickelt. Auch das Start-up Piavita gehört zu den zehn besten Jungfirmen. Die Piavita-Gründer haben einen Sensor entwickelt, der die Fernüberwachung von Pferden ermöglicht. Die Fintech-Firma Advanon gehört mit ihrem Online-Finanzierungstool für KMUs ebenfalls zu den besten Schweizer Start-ups.

Auf einen Aspekt weisen die Veranstalter bei der diesjährigen Preisverleihung explizit hin. Es geht um die weiblichen Gründungsmitglieder von Start-ups. Neben Ava sitzen auch bei Cutiss, Visantis und Piavita Frauen in den Gründungs- und Führungsgremien der Firmen. Insgesamt 28 der 100 besten Start-ups verfügen über weibliche Management-Mitglieder.

Zwei Top-Firmen im Limmattal

Knapp die Hälfte der im Ranking vertretenen Jungfirmen stammen in diesem Jahr aus dem Kanton Zürich. Zwei davon haben ihren Sitz im Limmattal. Die Firma Komed Health aus Schlieren belegt mit ihrer Software zur Verbesserung der klinischen Kommunikation Platz 70 des Start-up-Rankings.

Ebenfalls aus Schlieren ist das Start-up Topadur Pharma. 2018 ist die Firma mit ihren für chronische Wunden entwickelten Medikamenten auf Platz 92 gelandet. Sie hat im Vergleich zum Vorjahr vier Ränge eingebüsst. Von den übrigen Start-ups stammen 24 Jungfirmen aus dem Kanton Waadt. Es folgen der Kanton Zug mit 8 Jungfirmen. Basel-Stadt sowie Bern sind mit je 5 Firmen auf der Liste vertreten.

Rekordjahr für Investitionen

Die Veranstalter sind zufrieden mit der Auswahl. Sie bescheinigen dem «Schweizer Start-up-Ökosystem» einen guten Stand. «Wachstumskapital explodiert gerade in der Schweiz. 2018 wird ein Rekordjahr für Investments», wird Jordi Montserrat, Mitgründer von Venturelab, in der Mitteilung zitiert. Als Beispiel wird auf acht Start-ups verwiesen, die in den letzten Monaten 270 Millionen Franken an Investitionsgeldern erhalten hätten. Die Vertreter von Venturelab werten Kapital dieser Grössenordnung als internationale Konkurrenzfähigkeit für junge, innovative Firmen. Dies komme auch der Schweizer Industrie zugute.