Rechnet man die vom Gemeinderat bewilligten Zusatzkredite mit ein, beträgt das budgetierte Defizit 60,4 Millionen Franken. So gesehen lag die vom Zürcher Finanzvorstand Martin Vollenwyder (FDP) letztmals vorgestellte Jahresrechnung sogar leicht über den Erwartungen. Das ursprüngliche vom Parlament verabschiedete Budget sah im Dezember 2011 noch Minus von 0,6 Millionen Franken vor.

Trotz des Defizits erhöht sich das Eigenkapital von 714 auf 723 Millionen Franken. Als Grund gibt die Stadt an, dass wegen des Spitalfinanzierungsgesetzes die Investitionen der Stadtspitäler neu bewertet werden mussten.

Weniger Personalaufwand als erwartet

Auf der Aufwandseite lag die Stadt 108 Millionen Franken tiefer als budgetiert. 61 Millionen sparte die Stadt beim Personal ein, rund die Hälfte davon durch unbesetzte Stellen. Der Wegfall des Teuerungsausgleichs vergangenes Jahr reduzierte den Personalaufwand um 15 Millionen.

Auch die Einnahmen waren tiefer als erwartet. Mit 8,3 Milliarden Franken lagen sie 81 Millionen unter Budget. Die grösste Abweichung ist beim Steuerertrag auszumachen. Zwar hat die Stadt mit 2,406 Milliarden Franken so viel Steuern eingenommen wie noch nie, die Erwartungen im Budget lagen jedoch um 191 Millionen höher. Weniger Steuereinnahmen kamen sowohl von den natürlichen (171 Mio.) als auch von den juristischen Personen (65 Mio.). Dafür lagen die Erträge aus den Grundstücksgewinnsteuern mit 169 Millionen Franken deutlich über Budget (135 Millionen).

Mit dem Rücktritt von Vollenwyder aus dem Zürcher Stadtrat wird das Finanzdepartement per Frühling 2013 in andere Hände wandern.