Zürich
30 Monate teilbedingt für Kick gegen Kopf: Das Opfer verlor Geruchssinn

Wegen schwerer Körperverletzung hat das Bezirksgericht Zürich am Donnerstag einen 21-Jährigen zu einer teilbedingten Freiheitsstrafe von 30 Monaten verurteilt. Der Angeklagte hatte einen Passanten vor einem Club mit einem Fusskick schwer verletzt.

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Er feierte seinen Geburtstag im Club Kaufleuten und schlug vor dem Club einen Passanten zusammen.

Er feierte seinen Geburtstag im Club Kaufleuten und schlug vor dem Club einen Passanten zusammen.

Limmattaler Zeitung

Die Tat ereignete sich in der Nacht auf den 4. Juni 2011. Der Beschuldigte feierte seinen 20. Geburtstag im Club Kaufleuten als ihn ein Kollege um Hilfe bat, da es vor dem Club ein Problem mit einem Passanten gebe.

Der Beschuldigte, der über Erfahrung im Thaiboxen verfügt, verliess das Lokal und ging draussen sogleich auf einen jungen Fussgänger los. Er trat ihn zuerst gegen die Schulter und versetzte ihm dann einen Kick an den Kopf. Das Opfer stürzte und prallte mit dem Hinterkopf auf dem Asphalt.

Der Sturz hatte für den Geschädigten massive Folgen: Er erlitt einen Schädelbruch und verlor für immer seinen Geruchssinn. Der Angreifer wurde kurz nach der Tat von der Polizei festgenommen und verbrachte 254 Tage in Untersuchungshaft.

Schwere oder einfache Körperverletzung?

Vor Gericht gab der wegen Raub vorbestrafte Täter sein Vergehen zu, machte aber geltend, dass er nicht mit einer schweren Verletzung gerechnet habe. Der Staatsanwalt verlangte wegen schwerer Körperverletzung eine teilbedingte Freiheitsstrafe von drei Jahren. Die Hälfte davon sollte der Stadtzürcher absitzen.

Der Verteidiger ging dagegen bloss von einer einfachen Körperverletzung aus und setzte sich für eine bedingte Strafe von einem Jahr ein. Der Rechtsanwalt machte geltend, dass der Verlust des Geruchssinns den Menschen nicht wirklich erheblich beeinträchtige. Es gebe auch Vorteile, nicht alles zu riechen.

Das Gericht folgte jedoch der Anklage und setzte wegen schwerer Körperverletzung eine teilbedingte Freiheitsstrafe von 30 Monaten fest. Die Hälfte davon unbedingt.

Den Verlust der Geruchswahrnehmung stufte das Gericht als bedeutend ein. So sei es wichtig, dass ein Mensch alles riechen könne. Nicht nur angenehme Gerüche, sondern auch Gefahren, wie bei Rauch und Feuer, erklärte der Gerichtsvorsitzende. Dem Geschädigten wurde ein Schmerzensgeld von 30 000 Franken zugesprochen.