Radikalisierung

29-jährige Winterthurerin mit Sohn auf dem Weg zum IS

Winterthurerin auf dem Weg zum IS. (Symbolbild)

Winterthurerin auf dem Weg zum IS. (Symbolbild)

Laut Medienberichten wollte eine Winterthurerin von Kairo aus zum IS nach Syrien reisen. Die Frau ist die Tochter eines lokalen Ex-CVP-Politikers.

Im Juli 2010 wanderte eine Winterthurerin nach Kairo aus, der Liebe wegen. Kurz zuvor hatte sie einen ägyptischen Geschäftsmann geheiratet, die beiden bekamen einen Sohn. Doch die Ehe zwischen dem Muslim und der Schweizer Konvertitin hielt nicht lange. Der Grund laut dem Ehemann: Die Winterthurerin wurde zu extrem, sie verhüllte sich und begann, den Islamischen Staat zu verherrlichen.

Vor gut zwei Wochen reiste die heute 29-jährige Frau von Kairo aus nach Griechenland. Sie nahm ihren Sohn mit, ohne Wissen des Vaters. Die griechischen Behörden nahmen sie kurz vor dem Grenzübertritt in die Türkei kurzzeitig fest und benachrichtigten den Ehemann, der den entführten Sohn schliesslich abholen konnte.

Griechische Medien und gestern auch die «NZZ» berichten, dass die Frau nach Syrien in die IS-Hauptstadt Rakka weiterreisen wollte.

Laut dem Facebook-Account des Ehemanns ist dieser mit seinem Sohn wieder nach Kairo zurückgekehrt. Der Verbleib der Frau, die unterdessen wieder freigelassen wurde, ist jedoch ungewiss. Die griechischen Medien vermuten sie bereits in Syrien, obwohl sie sich vor einem griechischen Gericht wegen Entführung verantworten müsste.

Das Eidgenössische Departement des Äusseren liess verlauten, dass man Kenntnis habe von der Reise der Frau. Weitere Infos zur Winterthurerin gab es gestern aber nicht.

Die Frau wuchs in Töss auf und lebte dort offenbar bis zu ihrer Auswanderung nach Ägypten und ihrem Übertritt zum Islam. Sie ist die Tochter eines Winterthurer Ex-CVP-Politikers. Die Familie sagt, dass zur Tochter seit einigen Wochen kein Kontakt mehr bestanden habe.

Zuvor habe man sich aber regelmässig ausgetauscht. Zur mutmasslichen Radikalisierung der 29-Jährigen wollen sich die Angehörigen nicht äussern. «20 Minuten» interviewte gestern den ägyptischen Ex-Mann. Er sagt, die Winterthurer Familie habe von der IS-Faszination ihrer Tochter gewusst und versucht, sie davon abzubringen.

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