Prostitution
2788 Unterschriften für SVP-Referendum gegen Strichplatz

Das Referendum gegen den Strichplatz in Zürich- Altstetten ist voraussichtlich zustande gekommen. 2788 Personen haben das Referendum der SVP unterschrieben, wie die Partei am Donnerstag mitteilte. Das sind 788 mehr als nötig.

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Der Zürcher Gemeinderat bewilligte für das Projekt einen Kredit von rund 2,4 Millionen Franken. (Symbolbild)

Der Zürcher Gemeinderat bewilligte für das Projekt einen Kredit von rund 2,4 Millionen Franken. (Symbolbild)

Solothurner Zeitung

Die SVP zeigte sich in ihrer Mitteilung deshalb optimistisch, dass die Zahl der gültigen Unterschriften auch nach der Überprüfung durch die Kanzlei über 2000 liegen wird. Ist dies der Fall, wird das Stadtzürcher Stimmvolk über den Strichplatz entscheiden müssen.

Der Zürcher Gemeinderat bewilligte für das Projekt einen Kredit von rund 2,4 Millionen Franken. Die SVP bekämpft das Vorhaben, weil Prostitution ihrer Meinung nach ein privates Gewerbe ist, das auf keinen Fall mit Steuergeldern unterstützt werden darf.

SVP: Roma-Zuhälter akzeptieren Strichplatz nicht

Gegen das Projekt spreche zudem, dass Roma-Zuhälter den Platz nicht akzeptieren und auf andere Orte ausweichen würden. Auf einer Baubrache in Altstetten sollen etwa zehn garagenähnliche Boxen aufgestellt werden, in denen Prostituierte ihre Freier bedienen können.

Der Strichplatz würde den bisherigen Strassenstrich am Sihlquai ersetzen, unter dem die Anwohner seit Jahren leiden. Um sie zu entlasten, ist die Strassenprostitution auf dem Abschnitt zwischen Dammweg und Kornhausbrücke seit Juni nur noch zwischen 22 und 5 Uhr erlaubt.

Die Stadt hat in ihrer neuen Prostitutionsgewerbeverordnung zudem festgelegt, dass alle neuen Frauen bei der Stadtpolizei zu einer Überprüfung erscheinen müssen. Dabei wird abgeklärt, ob die Frau unabhängig, also ohne Zuhälter arbeitet.

Krankenversicherung obligatorisch

Sofern dies der Fall ist und die zumeist aus Osteuropa stammenden Frauen eine Krankenversicherung und gültige Ausweispapiere besitzen, erhalten sie vom Amt für Wirtschaft und Arbeit (AWA) eine Arbeitserlaubnis. Diese Meldebescheinigung kostet 25 Franken.

AWA-Sprecher Can Arikan bestätigte einen Artikel im «Tages- Anzeiger», gemäss dem das AWA zwischen Juni und September 94 Bescheinigungen für Prostituierte ausstellte. Das seien rund ein Drittel weniger als im selben Zeitraum im letzten Jahr. «Mit ein Grund für den Rückgang ist die neue Verordnung», sagte Arikan.

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