Pfarrer Sieber
262 Menschen übernachteten im Zürcher "Pfuusbus" - So viele wie noch nie

Trotz eines relativ milden Winters sind im "Pfuusbus" der Sozialwerke Pfarrer Sieber (SWS) in Zürich in den vergangenen Monaten so viele Übernachtungen gezählt worden wie noch nie zuvor. 262 Menschen suchten in dieser Saison einen warmen Unterschlupf. Am Dienstag schloss der Bus seine Türen.

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Ernst Sieber vor seinem Lastwagen "Pfuusbus". (Archiv)

Ernst Sieber vor seinem Lastwagen "Pfuusbus". (Archiv)

Keystone

4103 Übernachtungen wurden im "Pfuusbus" auf dem Parkplatz in der Nähe des Zürcher Albisgüetli gezählt, 205 mehr als im Vorjahr, wie die Sozialwerke am Dienstag mitteilten. Der Bus sei nach wie vor die wichtigste Überlebenshilfe für Obdachlose während der Wintermonate in Zürich und Umgebung.

Vom 15. November bis am 18. April bot der "Pfuusbus" Menschen am Rand der Gesellschaft ein Nachtlager und täglich ein warmes Abendessen. Auf diese Saison hin hatte der alte Sattelschlepper nach 15 Jahren ausgemustert werden müssen. Neu standen 40 Schlafplätze statt nur 35 im Bus sowie im isolierten Vorzelt zur Verfügung.

Dass mehr Menschen im "Pfuusbus" Unterschlupf gesucht haben, könnte gemäss SWS auch mit der Schliessung der sogenannten Gammelhäuser an der Neufrankengasse in Zürich zusammenhängen. Eine Rolle dürfte auch gespielt haben, dass die Flughafenbetreiberin Obdachlose nicht mehr ohne weiteres in ihren Hallen duldete, wie die Stiftung weiter schreibt.

Von den 262 Hilfesuchenden waren 207 Männer und 55 Frauen. Der jüngste Obdachlose war 19 Jahre alt, der älteste 77 Jahre. Gegen 100 Freiwillige pro Saison sind im "Pfuusbus" jeweils im Einsatz. Erstmals hatte Pfarrer Ernst Sieber 2002 in einem Sattelschlepper bedürftigen Menschen ein Dach über dem Kopf geboten.