Am Nachmittag des 17. August 2013 war der Beschuldigte mit seinem Auto am Letzipark vorbeigefahren. Ein 14-jähriger Verkehrskadett gab ihm mit seinem Stock unmissverständlich das Zeichen zum Anhalten. Darauf reagierte der Beschuldigte äusserst ungehalten.

Laut Anklage fuhr er auf den Jugendlichen los, bis er ihn leicht am Schienbein touchierte. Dann sprang er wütend aus dem Auto und schrie den 14-Jährigen an, er solle sich "verpissen", er bringe ihn um.

Erschrocken und verängstigt wich der Verkehrskadett aufs Trottoir aus, worauf der Beschuldigte wieder ins Auto stieg und - so die Anklage - "mit quietschenden Reifen" davon brauste.

Weil Verkehrskadetten ungeachtet ihres jugendlichen Alters als Beamte gelten, wurde der 21-Jährige der Gewalt und Drohung gegen Beamte sowie der mehrfachen Verletzung der Verkehrsregeln schuldig gesprochen. Das Gericht verurteilte ihn zu einer bedingten Geldstrafe von 120 Tagessätzen zu 30 Franken. Zudem muss der Schweizer 200 Franken Busse zahlen.

Gericht glaubt Teenager

Der Beschuldigte selbst hatte die Vorwürfe weit von sich gewiesen. Sein Verteidiger verlangte denn auch einen weit gehenden Freispruch. Das Gericht erachtete jedoch die Schilderungen des Teenagers als glaubhaft. Er hätte auch gar keinen Grund, Unwahrheiten zu erzählen. Seine Aussagen wurden zudem von einem Augenzeugen bestätigt.

Der Schüler war nicht vor Gericht erschienen. Dagegen war sein Vater zugegen. Er fordert für seinen Sohn Genugtuung von 3500 Franken und 500 Franken Schadenersatz. Seit dem Zwischenfall habe er Alpträume und könne nicht mehr als Verkehrskadett arbeiten - eine Tätigkeit, die er sehr geliebt habe und mit dem er sich ein paar hundert Franken Sackgeld im Jahr verdient habe.