Üetliberg-Kulm
2015 kommt die Naturschutzverordnung für den Üetliberg

Bei der Revision des Landschafts-Richtplans verlangte der Kantonsrat 2001 eine Naturschutzverordnung für den Üetliberg-Kulm. 2006 doppelte er mit einem Postulat nach. Nun soll 2015 endlich eine entsprechende Schutzverordnung vorliegen.

Pascal Unternährer
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Seit 2001 fordert der Kantonsrat eine Naturschutzverordnung für den Zürcher Hausberg. Sie fehlt noch heute. ho

Seit 2001 fordert der Kantonsrat eine Naturschutzverordnung für den Zürcher Hausberg. Sie fehlt noch heute. ho

Limmattaler Zeitung

In der Zwischenzeit ist auf dem Zürcher Hausberg bekanntlich viel gegangen. Vor allem Kulm-Hotelier Giusep Fry und seine Gegner sorgten für Schlagzeilen. Etliche Gerichtsinstanzen haben über illegal errichtete Bauten, Rückbauten, widerrechtliche Gewinne und vieles anderes entscheiden müssen. Jüngst schrieb sogar ein Gastbesuch der Bayern-München-Chefs Uli Hoeness und Karl-Heinz Rummenigge auf dem Kulm ein weiteres Kapitel der Üetliberg-Saga.

Regierungsrat verlangte Zusatzbericht zur Postulatsantwort

All dies zu wissen, ist nötig, um zu verstehen, weshalb ein beträchtlicher Teil des Rats vom Regierungsrat einen Zusatzbericht zur Postulatsantwort verlangte. Denn darin sollten Fragen beantwortet werden, die durch Baudirektor Markus Kägi (SVP) bereits mündlich geklärt worden waren. «Der Bericht wird nichts Neues bringen», räumte denn Martin Geilinger (Grüne, Winterthur) ein. «Doch es geht darum, unseren Unwillen gegenüber der Regierung zum Ausdruck zu bringen.» Mitstreiter Markus Schaaf (EVP, Zell) sprach ebenfalls von Druck auf den Regierungsrat.

Die Schutzverordnung wird spätestens in vier Jahren in Kraft treten

Denn Fakt ist, dass die Schutzverordnung laut Kägi spätestens in vier Jahren in Kraft treten wird und der Gestaltungsplan zum Kulm in zwei Jahren. Die Grundlage dazu, die Umzonung in eine Erholungszone, hatte das Parlament im Juni 2010 verabschiedet. Über die Details des Plans brütet derzeit die Baudirektion. Hans-Heinrich Heusser (SVP, Seegräben) stellte den Antrag, die Zusatzfragen nicht an Kägi zu überweisen. «Das ist sinnlose Bürokratie», sagte er. Hans Egli (EDU, Steinmaur) fand gar, Schutzverordnungen brächten nur Probleme, aber keine Lösungen.

SVP, FDP, CVP, BDP und EDU setzten schliesslich mit 90 gegen 77 Stimmen durch, dass das Postulat einfach abgeschrieben wurde.