Grund für die Forderung ist ein Blick auf das Stellenportal des Volksschulamtes: Kurz vor dem neuen Schuljahr seien noch immer gut 200 Stellen unbesetzt, teilte der ZLV am Dienstag mit. Rund 20 Prozent davon sind Stellen für Heilpädagogen, aber auch auf den Stufen Kindergarten und Primarschule sei die Lage angespannt.

Den vom Volksschulamt vorgeschlagenen "bunten Strauss von Massnahmen" um die Stellen doch noch zu besetzen, bezeichnet der Verband als "Pflästerlipolitik". Diese vermöge kurzfristig vielleicht nochmals klappen - "eine vorausschauende Strategie ist es aber nicht".

Der ZLV sieht das Hauptproblem beim Lehrermangel darin, dass viele Junge zwar den Lehrberuf ergreifen, ihn nach wenigen Jahren aber bereits wieder aufgeben. Grund dafür seien unter anderem die stetig steigenden Anforderungen und Aufgaben ohne Entlastungen oder Ressourcenausgleiche. "Überforderungen und Mängel sind so vorprogrammiert."

Der Verband fordert daher von der Bildungsdirektion und der Politik, die Arbeitsbedingungen und das Image des Berufs so aufzuwerten, "dass er für eine lebenslange Berufskarriere attraktiv ist."

Dazu brauche es endlich eine langfristige Strategie und die dafür nötigen Zugeständnisse von Seiten Regierungs- und Kantonsrat - wobei das Argument der Kostenneutralität für die Massnahmen zu beerdigen sei. "Substantielle Änderungen zugunsten der Attraktivität des Lehrberufs sind so nicht zu haben." Vielmehr solle die Politik gezielt in die Zukunft der Volksschule investieren.