Zürcher Wahlen 2014
20 Gemeinderatssitze und zwei Stadtratssitze: Die grossen Pläne des Freisinns

20 Sitze im Gemeinderat - drei mehr als heute - den zweiten Sitz im Stadtrat zurück und erst noch das Stadtpräsidium: Die Freisinnigen der Stadt Zürich haben hohe Ziele für die Wahlen vom Februar 2014.

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Stadtratskandidat Filippo Leutenegger

Stadtratskandidat Filippo Leutenegger

Keystone

Aus verschiedenen Richtungen radelten rund zwei Dutzend Parteimitglieder zum Tessinerplatz beim Bahnhof Enge. Die meisten trugen Blau oder hatten doch zumindest den blauen Kleber angeheftet: einen zerplatzenden Wassertropfen mit dem Wahlkampf-Slogan «Meh blau für Züri». Blau wie der Himmel, wie der See und eben wie die FDP.

Die Gruppe liess sich mit den Zweirädern vor einem - passend blau-weissen - Züri-Tram fotografieren, mitsamt Nationalrat Filippo Leutenegger, neuer Stadtratskandidat und Herausforderer von Stadtpräsidentin Corine Mauch (SP). Gleich nach dem Foto eilte er davon zum nächsten Termin.

Keine Dorfidylle

Stadtparteipräsident Michael Baumer plädierte dafür, dass «Zürich mehr städtisch sein» solle. Es gehe nicht an, eine «Dorfidylle zu predigen», sagte er an die Adresse von Links-Grün. Schlagwörter der FDP im Wahlkampf sind «Grünraum», «Beweglichkeit» und «Weitblick».

Das Erhalten von Grünraum bedinge andernorts verdichtetes Bauen, so Baumer. Da dürfe man manchmal eben «nicht allzu pingelig sein bei der Ästhetik».

Beweglichkeit bedeute, Mobilität zuzulassen, und zwar für alle Verkehrsteilnehmenden: Zwar müssten der öffentliche und der Fahrrad-Verkehr gefördert werden - ohne aber die Infrastruktur so abzubauen, dass der Autoverkehr eingeschränkt werde. Und Weitblick brauche es im Hinblick auf Investitionen. Man dürfe nicht einfach Konsumausgaben tätigen.

Keine Bevormundung

Man wolle eine «Brücke schlagen» zwischen Bürgerlichen und ihnen nahen Parteien, sagte Gemeinderats-Fraktionspräsident Roger Tognella. In Zürich drohe eine «Regulierungs- und Bevormundungsflut». Der moderne Stadtmensch lasse sich aber nicht bevormunden. Auch nicht in Bezug auf seine Mobilität: Er wähle das jeweils geeignete Verkehrsmittel, sei das öV, Velo oder Auto.

Im Hinblick auf die Budgetdebatte vom kommenden Dezember erinnerte Tognella daran, dass Zürich «nicht auf Rosen gebettet» sei. Das Eigenkapital dürfe aber nicht für den Ausgleich von Defiziten verzehrt werden. Mehr denn je sei es nötig, alle Aufgaben der Stadtverwaltung zu hinterfragen.