Medizin
20 Anzeigen pro Jahr wegen Kunstfehlern

Im Kanton Zürich werden jedes Jahr rund 20 Strafanzeigen registriert, weil medizinisches Personal für Todesfälle oder Körperverletzungen verantwortlich sein soll. Zu Verurteilungen kommt es jedoch kaum.

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Im Zürcher Stadtspital Triemli wird eine Lungenoperation durchgeführt (Symbolbild, Archiv)

Im Zürcher Stadtspital Triemli wird eine Lungenoperation durchgeführt (Symbolbild, Archiv)

Keystone

Seit Januar 2008 werden strafrechtliche Verfahren im Zusammenhang mit Kunstfehlern in einer eigenen Statistik erfasst. Dies geht aus einer Regierungsrats-Antwort auf eine Anfrage von EVP und CVP hervor, die am Donnerstag veröffentlicht wurde. Bis jetzt führten diese Strafuntersuchungen aber zu keiner einzigen Verurteilung.

Haftungsfälle wurden mehrheitlich mit einem Vergleich erledigt. Auch in den Jahren zuvor kam es gemäss Regierungsrat nur vereinzelt zu einem Urteil. Zwischen 2002 und 2006 gab es nur drei Verurteilungen, wie eine interne Erhebung der Justizdirektion zeigt. In einem Fall vermuteten die Hinterbliebenen, dass der Verantwortliche betrunken war oder unter Drogeneinfluss stand.

Keine genauen Zahlen über Kunstfehler
Wie viele Kunstfehler genau passieren, kann gemäss Regierungsrat nicht gesagt werden. Ob es sich bei einem so genannten «Schadenfall» um eine Komplikation im Rahmen des Behandlungsrisikos handelt oder um die Folge einer Sorgfaltspflichtverletzung, sei jeweils schwierig zu beurteilen.

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