Zürich
180 Millionen Franken für die Digitalisierung der Zürcher Verwaltung

Die Verwaltungsabteilungen des Kantons Zürich sollen sich digital weiterentwickeln. So sollen zum Beispiel mehr Möglichkeiten für bargeldloses Zahlen entstehen oder kantonsweit einheitliche und einfache Online-Formulare eingeführt werden. Die Kosten für diese Umsetzung sind hoch.

Drucken
Teilen
Die Stadt möchte sich für die Zukunft vorbereiten und digitalisiert deshalb ihre Verwaltung.

Die Stadt möchte sich für die Zukunft vorbereiten und digitalisiert deshalb ihre Verwaltung.

Keystone

Bereits heute können verschiedene Kontakte mit der Verwaltung ganz oder weitgehend elektronisch abgewickelt werden – beispielsweise Steuererklärungen, Umzüge, Fahrzeugprüfungen. Mit der Strategie «Digitale Verwaltung 2018–2023» will der Regierungsrat diese Entwicklung strategisch vorantreiben und Impulse setzen, wie Regierungspräsident Thomas Heiniger (FDP), Regierungsrätin Jacqueline Fehr (SP), Regierungsrat Ernst Stocker (SVP) und Staatsschreiberin Kathrin Arioli gestern vor den Medien ausführten.

Die Umsetzung der Strategie besteht im Wesentlichen aus einem Impulsprogramm, wie die Staatsschreiberin erläuterte. Es beinhaltet die wichtigsten, grösstenteils direktionsübergreifenden Projekte und Massnahmen, die vorrangig und eng koordiniert angegangen werden sollen.

Dazu zählen beispielsweise bargeldlose Zahlungsmöglichkeiten, die elektronische Abwicklung von Bewilligungsverfahren oder kantonsweit einheitliche und einfache Online-Formulare. «Eine Angabe soll nur ein einziges Mal eingegeben werden müssen», sagte Arioli. Insgesamt gibt es 28 Impulsprogramme.

Die Verwaltung sei hinsichtlich der Digitalisierung kein «early mover», sagte Regierungsrätin Jacqueline Fehr, aber das müsse sie auch nicht sein. Und sie müsse auch nicht alles neu erfinden, soll jedoch fit für die Zukunft sein.

Laut Regierungsrat Ernst Stocker (SVP) muss die Digitalisierung der Verwaltung «durch optimal ausgerichtete Informatikdienstleistungen unterstützt werden». Deshalb wurde auch eine Strategie für eine zentralisierte Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) verabschiedet.

Diese Strategie sieht vor, dass das in der Finanzdirektion auf Anfang 2018 neu geschaffene Amt für Informatik (AFI) künftig unter anderem für die IKT-Grundversorgung der Arbeitsplätze in der Verwaltung verantwortlich sein wird. Chef des Amtes für Informatik wird per 1. September Hansruedi Born.

Kosten: 180 Millionen Franken

Wegen der Zentralisierung der Grundversorgung wird es zu internen Verschiebungen von Arbeitsplätzen kommen, wie Stocker weiter ausführte. Entlassungen werde es keine geben. Der Finanzdirektor betonte, dass die IKT-Strategie kein Sparprogramm sei. Aber natürlich erhoffe man sich langfristig Einsparungen bei der Basisinfrastruktur von 5 bis 25 Prozent. Stocker schätzt die Kosten für die Umsetzung der Strategie grob auf total 180 Millionen Franken. Die neue IKT-Strategie löst jene aus dem Jahr 2008 ab. (sda)