Zürich
18-jähriger Tierschänder muss in Therapie

Zur Befriedigung seiner sexuellen Lust hat ein junger Mann im Zürcher Oberland zwei Ponys geschändet. Deshalb muss er nun in eine Therapie.

Ernst Hilfiker
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Ein junger Mann verging sich an Ponys und filmte dabei. Er wurde nun wegen Tierquälerei und Pornografie verurteilt. (Symbolbidl)

Ein junger Mann verging sich an Ponys und filmte dabei. Er wurde nun wegen Tierquälerei und Pornografie verurteilt. (Symbolbidl)

Michael Hunziker

Der Besitzer eines Hofs im Zürcher Oberland hatte der Kantonspolizei gemeldet, dass seit dem Dezember 2016 ab und zu eine unbekannte Person nachts in seinen Stall schleichen würde. Ein halbes Jahr später, in einer Juli-Nacht 2017, war es wieder so weit – und die alarmierte Polizei traf rechtzeitig vor Ort ein, um einen Mann festnehmen zu können. Der damals 18-Jährige, der sich widerstandslos verhaften liess, habe «Widerhandlungen gegen das Tierschutzgesetz» begangen, wie es damals ohne Angaben von Details in einer Medienmitteilung hiess.

Nun ist klar, was bei einigen dieser nächtlichen Stallbesuche passierte: Der Mann hatte sich an den Tieren sexuell befriedigt. Dies geht aus den Angaben in einem kürzlich erlassenen Strafbefehl der Staatsanwaltschaft See/Oberland hervor.

Über Vordach gestiegen

Wie sich zeigte, war der 18-Jährige am Abend, als er erwischt wurde, über ein Tor gestiegen und wollte anschliessend über ein Vordach in den Stall eindringen, im dem sich Ponys aufhielten. Eine verschlossene Türe, die er nicht aufbrachte, verhinderte dann aber den Zugang zu den Tieren.

Geschlechtsverkehr gefilmt

Bei diesem und einem weiteren, Monate zuvor getätigten Besuch auf dem Hof passierte also nichts – ganz im Gegensatz zu zwei ­anderen Episoden. Damals nämlich kam der Mann an die Tiere heran und verging sich an ihnen.

Im schwereren der beiden ­Fälle griff er einem Pony zuerst mehrfach ans Hinterteil und an seine Scheide. Das Tier wehrte sich, wich aus. Um es zu fixieren, zog der 18-Jährige gemäss dem Strafbefehl den Gurt aus seiner Hose und legte ihn um den Hals des Ponys. So gelang es ihm, mit seinem Glied gegen viermal in die Scheide des Ponys einzudringen. Er hatte etwa fünf Minuten Geschlechtsverkehr. Vom Akt machte er ein wenige Sekunden dauerndes Handy-Filmchen.

Therapie «solange indiziert»

Nun wurde der Mann wegen mehrfachem Hausfriedensbruch, Pornografie und mehrfacher vollendeter und versuchter Tierquälerei verurteilt. Er fasste eine Freiheitsstrafe von sechs Monaten, die jedoch auf Bewährung bei einer Probezeit von drei Jahren erlassen wurde.

Doch auch ohne Gefängnisstrafe wird sich der Tierquäler noch einige Zeit mit seiner un­gewöhnlichen Tat befassen müssen. Es hat laut Strafbefehl nämlich eine ambulante psychiatrische/psychotherapeutische Behandlung zu besuchen. Diese Therapie, die bereits am Laufen ist, soll dauern, «solange sie aus medizinisch/therapeutischer Sicht indiziert ist», maximal aber drei Jahre. Wird die Therapie besucht und schlägt sie an, kann nach Ansicht des zustän­digen Staatsanwaltes dem Täter eine «an sich nicht ungünstige Prognose» gestellt werden.

Der heute 19-Jährige hat zudem die hohen Verfahrenskosten von 16’220 Franken – zwei Drittel davon waren für ein psychiatrisches Gutachten nötig – zu bezahlen. Und schliesslich kommt zu diesem Betrag noch eine vom Verurteilten anerkannte Forderung des Stallbesitzers von 500 Franken.