Verwaltungsgericht Zürich
17 Verurteilungen und über 125'000 Franken Sozialhilfegelder: Ausschaffung nach 21 Jahren zu Recht angeordnet

21 Jahre lang hat ein Mann aus einem nordafrikanischen Land in der Schweiz gelebt: Trotz zweier Kinder muss er gemäss Zürcher Verwaltungsgericht nun in seine Heimat zurück - 17 Verurteilungen und Sozialhilfegelder von über 125'000 Franken waren zu viel.

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Der heute 50-jährige Mann war damals unter einer falschen Identität illegal in die Schweiz eingereist. (Symbolbild)

Der heute 50-jährige Mann war damals unter einer falschen Identität illegal in die Schweiz eingereist. (Symbolbild)

KEYSTONE/GAETAN BALLY

Als 29-Jähriger war der Mann 1996 illegal in die Schweiz eingereist. Weil er eine falsche Identität angab, konnte er damals nicht ausgeschafft werden. 1999 heiratete er eine Schweizerin, mit der er zwei Kinder hat. Die Ehe wurde 2008 geschieden.

Das Zürcher Migrationsamt verwarnte den Mann mehrmals, im November 2014 widerrief es dessen Niederlassungsbewilligung. Dies erfolgte zu Recht, hält nun das Verwaltungsgericht des Kantons Zürich fest: "Das öffentliche Interesse an einer Wegweisung ist erheblich."

Mann mit Schwert verletzt

Seit seiner Einreise kam der Mann immer wieder mit der Justiz in Kontakt. "Bis heute wurde er in 17 Straferkenntnissen mit insgesamt fast 39 Monaten Freiheitsstrafe, 60 Tagessätzen Geldstrafe und 400 Franken Busse bestraft", hält das Gericht fest. Er sei offenkundig weder willens noch fähig, sich an die Rechtsordnung zu halten.

Ins Gewicht falle etwa ein Vorfall vom Juni 2011, als der Mann mit einem Schwert - oder nach eigener Darstellung mit einem Armierungseisen - einen Kontrahenten an Hand und Knie derart schwer verletzte, dass dieser einen Monat lang arbeitsunfähig war.

Zudem bezieht der heute 50-Jährige seit seiner Scheidung Sozialhilfegelder. Es sei nicht erkennbar, dass er sich "je ernsthaft um eine Arbeitsstelle im ersten Arbeitsmarkt bemüht hätte". Es sei deshalb in absehbarer Zeit nicht mit einer Loslösung von der Sozialhilfe zu rechnen.

Wiedereingliederung ist zumutbar

Damit ist für das Verwaltungsgericht klar, dass mehrere Gründe für einen Widerruf der Niederlassungsbewilligung vorliegen, wie es im noch nicht rechtskräftigen Urteil heisst. Eine Wiedereingliederung in dessen Heimat in Nordafrika hält das Gericht auch nach 21 Jahren Aufenthalt in der Schweiz für zumutbar.

Einerseits habe dieser die prägenden Kinder- und Jugendjahre sowie die Schulzeit in seiner Heimat verbracht, andererseits lebten dort nach wie vor ein Bruder und eine Schwester, die ihm helfen könnten.

Dass der Kontakt zu seinen 12- und 15-jährigen Kindern, die Schweizer sind, eingeschränkt werde, sei angesichts des erheblichen öffentlichen Interesses an der Wegweisung zumutbar. Schliesslich halte er heute schon nur einen eingeschränkten Kontakt zu seinen Kindern, hält das Gericht fest. Zudem seien sie in "einem Alter, in dem sie den Kontakt über Telefon und Internet problemlos aufrechterhalten können, sollten sie dies wünschen".