150 Pfarrerinnen und Pfarrer aus dem Kanton Zürich bekämpfen mit offenen Brief an Bundesrat Johann Schneider-Ammann, die Lockerung der Waffenausfuhrbestimmungen. In einem halbseitigen Zeitungsinserat in der «Neuen Zürcher Zeitung» wenden sich die Pfarrer der Evangelisch-Reformierten Zürcher Landeskirche an Johann Schneider-Ammann. Sie fordern den Bundesrat dazu auf, von der Lockerung der Waffenausfuhrbestimmungen abzusehen. 

Die Aufweichung der Ausfuhrbestimmungen könnten sie nicht unwidersprochen hinnehmen.  «Neben grössten humanitären, aber auch aussen- und neutralitätspolitischen Bedenken gegenüber der Praxisänderung sehen wir Pfarrerinnen und Pfarrer auch christliche Werte verletzt.» Die Pfarrer berufen sich im Brief auf die Reformation: «Es ist 500 Jahre her, seit sich in Zürich, durch Rückbesinnung auf das biblische Zeugnis,d ie Reformation Bahn gebrochen hat. Auch wenn Huldrych Zwinglis Tod auf dem Schlachtfeld anderes vermuten lässt, waren die Abschaffung des Söldnerwesens und die Eindämmung der Kriegswirtschaft zentrale Anliegen der Reformation in Zürich.» 

Heute sind Schweizer Waffenexporte in Ländern, in denen ein interner Konflikt herrscht verboten. Vor knapp einem Monat hat der Bundesrat beschlossen, dieses absolute Exportverbot aufzuheben. Dies führt dazu, dass unter gewissen Bedingungen auch Waffen in Länder mit bürgerkriegs-ähnlichen Zuständen exportiert werden dürfen. Die vier FDP- und SVP-Vertreter im Siebenergremium setzten sich durch.