Vor rund zwei Jahren, am 13. April 2014, erstach der damals 53-Jährige seine Lebenspartnerin mit einem Fleischmesser. Vor dem Zürcher Obergericht zeigt der 55-jährige Beschuldigte Reue. Er würde seine Tat jeden Tag bedauern, gestand er gemäss «20 Minuten». Er habe seine damalige Lebenspartnerin nicht töten wollen - es sei vielmehr automatisch passiert.

Das Obergericht suchte in Eifersucht ein mögliches Tatmotiv, was der Beschuldigte verneinte. Es sei vielmehr Enttäuschung gewesen, ausserdem hätte auch eine Depression sein Handeln beeinflusst.

Wahllos stach er auf sie ein

Nach einer jahrelang konfliktreichen Auf- und Ab-Beziehung trennte sich der geschiedene Familienvater im Frühling 2014 von seiner damaligen philippinischen Lebenspartnerin. Er lastete ihr an, dass sie immer wieder als Prostituierte arbeitete, obwohl er sie ursprünglich selbst als Freier kennengelernt hatte. Als er ausserdem erfuhr, dass sie sich hinter seinem Rücken einen neuen Freund geangelt hatte, forderte er sie auf, ihre Kleider in seiner Wohnung abzuholen.

Am Abend des 13. Aprils 2014 erschien die Philippinin vor seiner Haustüre, ignorierte ihren Exfreund jedoch völlig. Weder sprach sie mit ihm, noch würdigte sie ihn eines Blickes, was den 55-Jährigen so in Rage trieb, dass er ein Fleischmesser aus der Küche holte. Mit diesem stach er auf seine frühere Partnerin ein. Immer und immer wieder. Die Frau versuchte sich vergeblich zu wehren, flüchtete ins Schlafzimmer, wo der Angreifer wahllos weiter auf sie einstach. 

Nach 25 Messerstichen, davon sieben in den Oberkörper, verliess der Mann seine Wohnung, schloss diese ab und fuhr mit dem Auto davon. Kurz nach 23.30 Uhr informierte er die Polizei über seine Tat, welche in der Wohnung des Täters kurze Zeit später die leblose Frau vorfand.

Von Bezirksgericht Bülach zu zwölf Jahren verurteilt

Bereits 2015 stand der Beschuldigte wegen seines Verbrechens vor Gericht. Das Bezirksgericht Bülach verurteilte ihn wegen Mordes zu zwölf Jahren Gefängnis. Staatsanwältin Bettina Groth missfiel dieses Urteil, da sie eine höhere Freiheitsstrafe von 16 Jahren gefordert hatte.

Während der Beschuldigte seine Strafe willentlich entgegennahm, wollte die Staatsanwältin das Urteil nicht akzeptieren: Sie legte Berufung ein und erneuerte ihren Strafantrag vor Obergericht. Sie sollte nicht vergeblich gekämpft haben.

Das schlussendliche Verdikt beläuft sich neu auf 15 Jahre Freiheitsentzug. Nachdem der Gerichtsvorsitzende den Anwesenden in Erinnerung gerufen hatte, dass sich der Beschuldigte aus nichtigem Anlass heimtückisch und brutal verhalten, das Opfer ausserdem hilflos in der Wohnung eingesperrt habe, wurde die Anzahl Jahre von zwölf auf 15 erhöht.