Seit November gibt die Stadtpolizei Zürich die Nationalitäten von mutmasslichen Straftätern nicht mehr automatisch, sondern nur noch auf Anfrage bekannt. Nach drei Monaten zeigt sich, dass die neue Regelung mehr Arbeit zur Folge hat.

In den Monaten November, Dezember und Januar hat die Stadtpolizei insgesamt 51 Mitteilungen verschickt, bei denen ein Interesse an der Täternationalität bestehen könnte. 134 Mal klingelte das Telefon. Fast dreimal pro Mitteilung. Meistens rufen Lokalmedien an. Man habe zwar mit einem Anstieg der Anfragen gerechnet, aber dass es so viele waren, sei überraschend, wie Polizeisprecher Marco Cortesi im Regionaljournal von "Radio SRF" sagt.

Medien wollen Aufenthaltsstatus erfahren

"Es ist erstaunlicherweise so, dass es häufiger Anfragen bei Fällen gab, bei welchen die Nationalität gar nicht relevant ist. Zum Beispiel bei Verkehrsunfällen", so Cortesi. Seit dem Entscheid wollen die Journalisten vermehrt auch Details wie das Alter oder der Aufenthaltsstatus der Beteiligten wissen. Diese gebe man heute bekannt. Bisher sei dies nicht so gehandhabt worden.

"Wir müssen nun schauen, dass wir die Nationalitäten auch immer haben, damit wir auch Anfragen, die erst nach Tagen oder Wochen kommen, sauber und lückenlos beantworten können", erklärt Cortesi. Trotz dem Mehraufwand will man aber im Sicherheitsdepartement der Stadt Zürich an der jetzigen Praxis festhalten. (msa)