Nach wie vor unbekannt ist die Identität der einzigen Frau unter den 15 Gesuchten. Zudem werden zwei junge Männer weiterhin gesucht. Die Fahndung steht im Zusammenhang mit den Ausschreitungen Mitte September am Zürcher Central. Bei der Strassenschlacht, die sich die Randalierer mit der Stadtpolizei lieferten, entstand riesiger Sachschaden.

Man habe Hinweise auf weitere Gesuchte, sagte Cortesi. Möglicherweise gelängen also noch mehr Identifikationen. Von den bisher Identifizierten hätten sich rund die Hälfte selbst gemeldet, zu den anderen habe die Polizei Hinweise erhalten.

Die Aufklärungsrate ist auch im Vergleich zu den bisherigen zwei Internet-Fahndungen der Zürcher Stadtpolizei gut. Nach den Ausschreitungen vom 1. Mai 2011 wurden 9 von 12 Gesuchten identifizert.

Niedriger war die Quote nach den gewalttätigen Übergriffen von Basler Hooligans vor einem Fussballspiel im Stadion Letzigrund im Sommer: Nur 8 von 16 Gesuchten wurden identifiziert. Den Grund sieht Cortesi darin, dass damals wohl manche Leute aus dem angrenzenden Ausland anreisten.

Auftrag: Straftaten aufnehmen

An Veranstaltungen, bei denen die Polizei mit Gewalt rechnet, setzt sie laut Cortesi eigens Video- und Fototeams ein, die den Auftrag haben, Straftaten aufzunehmen. Auch die 15 Personen aus der aktuellen Internet-Fahnung waren von Polizeikameras erfasst worden.

Laut dem Stapo-Sprecher konnten sie aufgrund der Aufnahmen «eindeutig mit Straftaten in Beziehung gebracht» werden. Obwohl den Ermittlern Bilder zur Verfügung standen, konnten sie nicht identifiziert werden. Deshalb ordnete die Staatsanwaltschaft die Internet-Fahndung an.

Dabei passierte der Polizei eine Panne: Veröffentlicht wurden auch Bilder von zwei bereits identifizierten Personen. Als Folge davon wird künftig bei Internet-Fahndungen in Zürich eine «Pixel- Phase» eingeschaltet. In den ersten Tagen der Veröffentlichung sind die Gesichter unscharf gemacht. Melden sich die Betroffenen, werden ihre Fotos entfernt, bevor Aussenstehende sie erkennen können.