Freude und Betrübnis gehen oft Hand in Hand. Mit Freude hatte die Universität Zürich im Frühling 2012 verkündet, die Grossbank UBS schenke ihr 100 Millionen Franken. Mit dem Geld würde ein «UBS Center of Economics in Society» aufgebaut, unter der Leitung von Nobelpreisanwärter Ernst Fehr.

Betrübt war die Universität, als nicht nur diverse Schweizer Forscherinnen und Forscher in einem offenen Appell den Deal zwischen Hochschule und Bank kritisierten, sondern gleich zwei Journalisten die Offenlegung des Sponsoring-Vertrags forderten. Der eine war Wissenschaftsjournalist Marcel Hänggi, freier Mitarbeiter der linken «WOZ», der andere Matthias Daum, Redaktor der Schweizer Ausgabe der «Zeit».

Uni: keine öffentlichen Verträge

Die Uni hatte sich jedoch geweigert, den Vertrag offenzulegen. Die Begründung: Würden Verträge der Uni mit Privaten der Öffentlichkeit zugänglich gemacht, habe dies für die Zukunft zur Folge, dass Spender und Sponsoren abspringen würden. In diesem Sinne hatte sich der nun abtretende Rektor Andreas Fischer geäussert.

Bloss schien Fischer vergessen zu haben, dass die Uni kein privater, sondern ein kantonaler Betrieb ist, und für sie somit genauso wie für die restliche Verwaltung das Öffentlichkeitsprinzip gilt. Es besagt: Informationen sind grundsätzlich öffentlich.

«Neunzig Prozent Transparenz»

Die Gesuchsteller der beiden Zeitungen gelangten daraufhin an die zuständige Rekurskommission der Zürcher Hochschulen. Diese entschied anders als die Unileitung und machte einen Teil des Vertrags öffentlich. Allerdings beliess sie gewisse Stellen geschwärzt. Die «WOZ» schreibt in ihrer heutigen Ausgabe von «neunzig Prozent Transparenz».

Bei den nicht veröffentlichten Passagen handle es sich um solche, die noch Verhandlungsspielraum offenliessen, schreibt die Zeitung. Das ursprüngliche Uni-Argument, die Sponsorensuche sei bei öffentlichen Verträgen schwierig, liess die Rekurskommission hingegen nicht gelten.