Gemäss einem kürzlich publizierten Urteil hatte er eine Sozialarbeiterin als «Justizschlampe» und «Drecksau» beschimpft. Passiert ist die verbale Entgleisung im März dieses Jahres. Der Häftling nahm damals an einem Internet-Surfkurs teil. Beim Thema «Googlen» wählte er als Suchbegriff ausgerechnet den Namen jener Frau, die er bis zu seiner Verhaftung während Jahren gestalkt hatte. Wegen der Straftaten an ihr sitzt der Mann auch im Gefängnis.

Als die Gefängnisangestellten seine Google-Suche bemerkten, sperrten sie den Namen der Frau für weitere Abfragen und behielten den Häftling im Auge. Fünf Minuten später googelte er sein Opfer erneut.

Als ihn die zuständige Sozialarbeiterin auf dieses problematische Surf-Verhalten ansprach, versuchte er ihr weiszumachen, dass er keineswegs nach seinem früheren Opfer suche, sondern nach drei anderen Frauen, die exakt den gleichen Namen tragen würden.

Opfer gesucht - Urlaub gestrichen

Als Antwort auf diese offensichtliche Lüge kündigte die Sozialarbeiterin an, dass sein Urlaubsgesuch voraussichtlich nicht bewilligt werde. Dem Mann waren Anfang 2014 Vollzugslockerungen in Aussicht gestellt worden.

Im Zuge dieses Gesprächs beschimpfte er die Sozialarbeiterin als «miese Drecksau» und «Justizschlampe». Seine Reaktion hatte Folgen: Die Gefängnisleitung bestrafte ihn mit einer Busse von 100 Franken.

Wegen 100 Franken bis vor Verwaltungsgericht

Wegen dieser 100 Franken gelangte der Häftling nun bis vor Verwaltungsgericht, wie aus dem Urteil hervorgeht. Er bestreitet zwar nicht, die Frau beschimpft zu haben, bezeichnet die Beschimpfung aber als gerechtfertigt. Die Sozialarbeiterin habe ihn böswillig provoziert.

Das Verwaltungsgericht war allerdings gleicher Meinung wie zuvor die Gefängnisleitung, das Amt für Justizvollzug und die Justizdirektion. Die Busse sei angemessen. Die Beschwerde wurde abgelehnt. Der Häftling kann dieses Urteil nun noch ans Bundesgericht weiterziehen.

Sollte der Justizvollzug die angekündigten Vollzugslockerungen zudem tatsächlich streichen, kann der Häftling auch diesen Entscheid anfechten. In diesem Verfahren muss er dann beweisen, dass er bei seiner Internet-Recherche nicht nach seinem früheren Opfer suchte - sondern nach drei anderen Frauen mit identischem Namen.