Zürich
100'000 Regierungsratsbeschlüsse im Internet verfügbar

Seit 2009 digitalisiert das Staatsarchiv Zürich Kantonsratsprotokolle und Regierungsratsbeschlüsse von 1803 bis 1995 und macht diese im Volltext online zugänglich. Inzwischen sind über 100'000 Beschlüsse über die Datenbank des Staatsarchivs abrufbar.

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Regierungsratsbeschlüsse werden digitalisiert

Regierungsratsbeschlüsse werden digitalisiert

Staatsarchiv Zürich

Bis 2016 werden rund 200'000 handschriftliche Protokollseiten aus dem 19. Jahrhundert transkribiert und online publiziert, wie der Regierungsrat am Dienstag mitteilte. Gleichzeitig werden knapp 300'000 gedruckte Protokollseiten aus dem 20. Jahrhundert mittels automatischer Texterkennung aufbereitet und ebenfalls ins Internet gestellt.

Aus Lotteriefonds finanziert

Finanziert wird das Projekt "Transkription und Digitalisierung" mit Geld aus dem Lotteriefonds. Aufbereitet werden die Akten von einem Team mit Studierenden und Mitarbeitenden des Staatsarchivs.

Die Protokolle von Parlament und Regierung gehörten zu den zentralen Aktenserien des Kantons Zürich, heisst es in der Mitteilung. Durch Transkription, Digitalisierung und Online-Publikation schaffe das Editionsprojekt einen neuen und niederschwelligen Zugang zu diesen wertvollen Quellen.

Die in so genannter Kurrentschrift abgefassten Texte aus dem 19. Jahrhundert werden durch die Transkriptionsarbeit für ein breites Publikum nutzbar. Gleichzeitig eröffneten sich umfassende Recherchemöglichkeiten, indem sämtliche publizierten Beschlüsse im Volltext durchsuchbar seien, schreibt der Regierungsrat.

Dies sei deshalb von Bedeutung, weil Kantonsratsprotokolle und Regierungsratsbeschlüsse häufig einen guten Einstieg in weiterführende Recherchen böten. Online verfügbar sind derzeit Regierungsratsbeschlüsse von 1803 bis zum Frühjahr 1857. Die Kantonsratsprotokolle reichen bis ins Frühjahr 1866 zurück.

Breites Themenspektrum

In den Regierungsratsbeschlüssen und Kantonsratsprotokollen spiegelt sich laut Staatsarchiv ein äusserst breites Spektrum von Themen. So beschäftigte sich der Regierungsrat im 19. Jahrhundert etwa mit der stark ansteigenden Auswanderung, der Aufnahme von Flüchtlingen aus dem benachbarten Ausland, dem Bau von Eisenbahnen und Strassen oder den Arbeitsbedingungen in der aufkommenden Industrie.

Darüber hinaus musste er sich aber auch mit Tagesgeschäften befassen. Dazu gehörten etwa Konzessionsgesuche für Tavernen oder Wasserkraftanlagen, Steuerrekurse oder die Aufnahme von Kantonsfremden in kantonseigene Spitäler.

Im Kantonsrat wurden im 19. Jahrhundert grundlegende Gesetze im Organisationsrecht, im Finanz- und Steuerwesen sowie im Schul- und Kirchenwesen verabschiedet. Dokumentiert sind in den Protokollen aber auch Begnadigungsgesuche von zum Tod Verurteilten.