1. August-Rede
Bildungsdirektorin Steiner in Zürich: «Wir dürfen stolz sein»

Bildungsdirektorin Silvia Steiner (Mitte) hat in ihrer Rede zum 1. August in Zürich für den Föderalismus geworben, der in der Pandemie oft als «Kantönligeist» abgetan wurde. Differenzen müsse man aushalten.

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«Wir sind sogar in der Lage, auszuhalten, dass jeder Kanton seine eigenen Pandemie-Regeln hat», sagte Silvia Steiner.

«Wir sind sogar in der Lage, auszuhalten, dass jeder Kanton seine eigenen Pandemie-Regeln hat», sagte Silvia Steiner.

Archivbild: Keystone

«Wir sind sogar in der Lage, auszuhalten, dass jeder Kanton seine eigenen Pandemie-Regeln hat», sagte Steiner gemäss Redetext. Auch wenn diese eigenen Regeln als Sonderlösungen bezeichnet worden seien und der Föderalismus als schwerfällig erlebt worden sei – das Akzeptieren von Differenzen sei der Kitt der Schweiz.

Diese Differenzen auszuhalten sei manchmal ganz schön unbequem, sagte Steiner weiter. Der «Schweizer Weg» führe über 26 Kantone und es würden bis zu 5,5 Millionen Stimmberechtigte mitreden. «Aber ich bin überzeugt, dass es sich lohnt.»

Wie schon die drei Talschaften von Uri, Schwyz und Unterwalden vor 730 Jahren hätten sich auch die Kantone in den letzten Monaten beigestanden und seien dabei trotzdem eigenständig geblieben. «Darauf dürfen wir stolz sein.»

Wegen «Ferdinand» im Grossmünster

Steiner resümierte in ihrer Rede auch ihr Amtsjahr als Regierungspräsidentin von Mai 2020 bis April 2021, das beinahe ohne feierliche Anlässe ablief. Wegen der Pandemie gab es bekanntlich keine 1.-August-Feier, kein Sechseläuten und kein Knabenschiessen. Und für die Böögg-Verbrennung habe sie im April zusammen mit Stadtpräsidentin Corine Mauch (SP) über die Teufelsbrücke gehen müssen, sagte Steiner.

«Wenn ich den Sommer, wie er sich bis jetzt zeigt, anschaue, hat sich das noch nicht wirklich ausgezahlt.»

Auch in diesem Jahr gab es bei der Bundesfeier eine Planänderung, allerdings nicht Corona-bedingt: Wegen Sturmtief «Ferdinand» konnte der Anlass nicht unter freiem Himmel in der Stadthausanlage durchgeführt werden, sondern musste ins Grossmünster verschoben werden. 350 Personen konnten maximal teilnehmen. (sda)

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