1:12-Initiative
1:12-Initiative: Flughafen und ZKB verweigern Angaben zum Lohn

Die Zürcher Staats-Institutionen wären von einer Annahme der 1:12-Initiative nicht betroffen. Anstalten, an denen der Kanton mit mindestens 30 Prozent beteiligt ist, erfüllen die Forderung der Juso-Initiative. Der Flughafen und die ZKB schweigen.

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Die Zürcher Kantonalbank wollte sich wie auch der Flughafen Zürich nicht zur 1:12-Initiative äussern.

Die Zürcher Kantonalbank wollte sich wie auch der Flughafen Zürich nicht zur 1:12-Initiative äussern.

AZ

Dies zeigt eine am Donnerstag veröffentlichte Regierungsratsantwort auf eine Anfrage, welche die Dietiker SP-Kantonsrätin Rosmarie Joss mit zwei Mitunterzeichnenden eingereicht hatte.

Der Regierungsrat liess die Löhne in der gesamten Verwaltung im Hinblick auf die 1:12-Initiative überprüfen. Dazu kamen Erhebungen bei allen kantonseigenen Institutionen wie etwa der Universität Zürich und dem Zürcher Verkehrsverbund.

Überprüft wurden auch Unternehmen, an denen der Kanton mit mindestens 30 Prozent beteiligt ist, also etwa die Informatikfirma Abraxas, die sich der Kanton Zürich mit dem Kanton St. Gallen teilt.

Gemäss dieser Erhebung ist bei den meisten Institutionen der grösste Lohn vier- bis sechsmal höher als der tiefste. Die 1:12-Initiative hätte damit keinen Einfluss auf die Lohnverteilung. Auch der Regierungsratspräsident verdient in seinem Amtsjahr "nur" acht Mal mehr als der Verwaltungsangestellte mit dem tiefsten Lohn.

EKZ und ZKB: Höhere Löhne als Regierungsrat

Am grössten ist der Lohnunterschied bei den Elektrizitätswerken des Kantons Zürich EKZ. Dort entspricht die Verteilung 1:10, was die 1:12-Forderung aber immer noch erfüllt. Zwei Personen verdienen dort mehr als ein Regierungsrat, der ein Jahresgehalt von immerhin über 300'000 Franken erhält.

Auch der Chef und die Geschäftsleitung des Flughafens haben mehr in ihrem Lohncouvert als ein Mitglied der Kantonsregierung. Dasselbe gilt für drei Bankräte, die Generaldirektion und den Chef der ZKB.

Ob die Flughafen AG und die ZKB von der 1:12-Initiative betroffen wären, geht aus den Angaben allerdings nicht hervor. Selbst der Regierungsrat erhielt keine Auskunft darüber. Beide Unternehmen hätten sich nicht äussern wollen, schreibt er in seiner Antwort.

Limmattalbahn AG am unteren Ende der Skala

In die Liste der zu deklarierenden Institutionen fiel auch die Limmattalbahn AG. Bei dieser besteht laut Regierungsratsantwort bezüglich Löhnen der geringste Unterschied: Die Verteilung entspricht bei der Limmattalbahn AG einem Verhältnis von nur 1:2.

Diesen Platz auf der 23 Institutionen und Unternehmen auflistenden Lohnbandbreitenskala teilt das Unternehmen nur noch mit der Zürcher Landwirtschaftlichen Kreditkasse und der Forchbahn AG. (sda/az)