Die Volksinitiative «Nein zum Sterbetourismus im Kanton Zürich» wurde von nur 60'186 Personen angenommen, dies entspricht einem Ja- Stimmen-Anteil von nur 21,59 Prozent. Dagegen stimmten 218'602 Zürcherinnen und Zürcher, was einem Nein-Stimmenanteil von 78,41 Prozent entspricht.

Die Vorlage verlangte, jegliche Suizid-Beihilfe zu verbieten, sofern die betroffene Person nicht mindestens ein Jahr lang im Kanton Zürich gelebt hat.

Dies hätte es nicht nur Ausländern verunmöglicht, im Kanton Zürich mit Hilfe einer Organisation wie Exit oder Dignitas zu sterben. Auch Personen aus anderen Kantonen hätten sich strafbar gemacht, wenn sie für das Sterben nach Zürich gekommen wären.

Exit: «Klares Votum für Selbstbestimmung»

Noch deutlicher bachab geschickt wurde die Vorlage «Stopp der Suizidhilfe», welche den Bund per Standesinitiative beauftragen wollte, jede Art der Sterbehilfe unter Strafe zu stellen. Nur 43'165 Stimmberechtigte waren dafür. Dagegen stimmten 234'956 Personen, was einem Nein-Anteil von 84,48 Prozent entspricht.

Bernhard Sutter, Vize-Präsident von Exit, zeigte sich auf Anfrage der SDA erfreut darüber, dass die «religiösen Fundamentalisten» keinen Erfolg gehabt hätten. Es sei schön zu sehen, dass sich die Zürcher grundsätzlich hinter die Sterbehilfe stellen würden.

Hoffen auf Bundesbern

Dies sei ein klares Votum für die Selbstbestimmung. «Weder Staat noch Kirche haben beim Sterben mitzureden. Das Volk will sich die Möglichkeit, selber über den Tod zu bestimmen, nicht nehmen lassen», sagte Sutter.

Diese Haltung müsse nun unbedingt bei der geplanten Regelung auf Bundesebene berücksichtigt werden. «Die Leute wollen eine liberale Regelung», sagte Sutter weiter. Dignitas-Gründer Ludwig A. Minelli war für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

Die Stimmbeteiligung bei beiden Vorlagen betrug 33,6 Prozent. Dem Initiativekomitee gehörten nebst Vertretern der EDU auch einzelne Exponenten von SVP, EVP, CVP und Schweizer Demokraten an.