Nach der Beratung des Projektes durch den Kantonsrat am 11. Februar sei Unsicherheit entstanden, teilte die Stadtregierung am Mittwoch mit. Der Kantonsrat hatte damals einen Minderheitsantrag abgelehnt, eine Begrenzung des Verkehrs auf der Rosengartenachse auf 56'000 Fahrzeuge pro Tag im Gesetz festzuschreiben.

Die Obergrenze sei ein zentraler Punkt der Vereinbarung zum Vorhaben zwischen Stadt und Kanton. Die Zahl entspreche der aktuellen Verkehrsmenge auf der Rosengartenstrasse. In Zukunft sollen 53'000 Fahrzeuge durch den Tunnel fahren, und noch 3000 oberirdisch.

Kapazitätsgrenze zwingend festhalten

Im Kantonsparlament sei die Begrenzung zwar grossmehrheitlich nicht in Frage gestellt worden, schrieb die Stadtregierung. Für Unsicherheit sorge aber die Weigerung des Parlaments, die Zahl im Gesetz zu verankern. Die Stadtregierung erachtet es deshalb für "notwendig, die Kapazitätsgrenze in geeigneter Form verbindlich festzuhalten".

Dies sei um so wichtiger, als Gefahr bestehe, dass die Stadt ihre Kompetenzen zur Verkehrslimitierung mit der Revision des Strassengesetzes verlieren könnte.

Unter der Voraussetzung, dass die Kapazitätsbegrenzung an der Rosengartenachse sichergestellt sei und die Stadt die Verkehrssteuerung entsprechend wahrnehmen könne, unterstütze der Stadtrat das Projekt weiterhin, erklärte dieser in der Mitteilung.

Einzig realisierbare Verbesserung

Der Stadtrat erachtet das Projekt "Rosengartentram und Rosengartentunnel" aktuell als "die einzig realisierbare Verbesserung der heutigen Situation am Rosengarten". Es ermögliche, eine für die Stadt äusserst wichtige Tramverbindung zu schaffen, das Quartier von übermässigem Lärm zu befreien und die Quartiertrennung durch den Verkehr aufzuheben.

Der 2,3 Kilometer lange Tunnel soll die verkehrsgeplagte Rosengartenstrasse auf einem Abschnitt von etwa 700 Metern beruhigen. Die Gesamtkosten für Tunnel und Tram belaufen sich auf 1,1 Milliarden Franken.

Die Rosengartenstrasse wurde 1972 als Provisorium der Autobahn-Westtangente in Betrieb genommen. Das Provisorium ist aber längst zur Dauerlösung geworden, mit über 50'000 Fahrzeugen pro Tag.