Dietikon
Zu teuer und zu wenig effektiv: Die FDP will keinen Güselranger

Laut Gemeinderat Philipp Müller gibt es zwei wichtige Gründe, die gegen den aktuellen Anti-Littering-Vorstoss der Grünen sprechen. Statt auf einen Güselranger setzt die FDP auf Informationskampagnen.

Gabriele Heigl
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Auch die FDP will Littering in Dietikon bekämpfen. Der Güselranger sei jedoch zu teuer und zu wenig effektiv. (Themenbild)

Auch die FDP will Littering in Dietikon bekämpfen. Der Güselranger sei jedoch zu teuer und zu wenig effektiv. (Themenbild)

Limmattaler Zeitung

Das Anti-Littering-Postulat von Catalina Wolf-Miranda, Dietiker Gemeinderätin der Grünen, das die Wiedereinführung eines Güselrangers zum Ziel hat, stösst auf keine Gegenliebe bei der FDP. Fraktionspräsident und Stadtratskandidat Philipp Müller räumt zwar ein, dass die Sauberkeit der Stadt auch für die FDP ein wichtiges Thema ist. «Der Einsatz eines Güselrangers scheint uns aber eine teure und wenig effektive Variante zu sein», meinte er auf Nachfrage. Dass das Projekt 2010 nach drei Jahren von der Stadt nicht weitergeführt wurde, habe sicher gute Gründe gehabt. «Das ‹Recyceln› des Güselrangers durch die Grüne Partei ist keine besonders innovative, dafür eine umso teurere Idee.»

Was ihn neben den Kosten besonders stört: einen solchen Kehrichtbekämpfer mit weitreichenden Kompetenzen auszustatten. «Das Monopol, zu büssen, soll bei der Polizei verbleiben und nicht delegiert werden.» Stattdessen setzt die FDP auf Informationskampagnen, Abreden mit Gewerbebetrieben, etwa Take-aways und nötigenfalls auch polizeiliche Repressalien wie Litteringbussen. Dafür eigens eine Staatsstelle zu schaffen, sei nicht nötig, so Müller.

"Griff ins Portemonnaie am effektivsten"

Postulantin Wolf-Miranda dagegen hat den Glauben an die städtischen Informationsoffensiven verloren. Die Kampagne «Sauberes Dietikon» mit dem Güselranger habe im Jahr 2009 grosse Beachtung in der Bevölkerung gefunden. «Es ist leider kein Geheimnis, dass der Griff ins Portemonnaie am effektivsten ist.» Der Güselranger solle einerseits aufklären, andererseits aber – wo nötig – auch Bussen ausstellen dürfen.

Den Ausschlag für den erneuten grünen Vorstoss zur Littering-Problematik hätten die vielen Rückmeldungen aus der Bevölkerung gegeben, die sich ein saubereres Dietikon wünscht. «Obwohl die Stadt einiges für die Sauberkeit tut, gibt es Stellen im Zentrum, die wie Deponien aussehen. Davon ist sowohl Privateigentum als auch öffentlicher Grund betroffen», so Wolf-Miranda. Sie ist optimistisch, dass sich eine Mehrheit zur Überweisung ihres Postulats an den Stadtrat findet und der Güselranger reanimiert wird.