Die Schweizerische Nationalspende (SNS) feiert dieses Jahr ihr 100-jähriges Bestehen. Deshalb lud gestern der Stiftungsrat mit Präsident Werner Merk zur Feier auf den Waffenplatz Reppischtal in Birmensdorf. Dem Fest wohnten auch Gäste aus der Politik und dem Militär bei. Darunter der Zürcher Regierungsrat Mario Fehr (SP) und der Kantonsratspräsident Dieter Kläy (FDP). Auch der Korpskommandant und Chef der Armee, Philippe Rebord, erwies der Stiftung die Ehre.

Eröffnet wurde das Fest von Peter Grütter, Stiftungsrat der SNS. «Wir sind hier im schönsten Tal des Kantons Zürich», sagte er und bedankte sich bei allen Anwesenden. Anschliessend bat er den Präsidenten der Nationalspende, Werner Merk, auf die Bühne. Er erläuterte den Gästen den Hintergrund der Beziehung der SNS zum Reppischtal: «Schon seit je haben wir eine enge Verbindung zu diesem Ort. Das Herzstück unserer Organisation, der Götschihof, befindet sich im Aeugstertal, das ganz in der Nähe ist.»

Der Götschihof ist eine ehemalige Heilstätte für Alkoholkranke, die vor bald 100 Jahren von der Schweizerischen Nationalspende gegründet wurde, um Soldaten mit Alkoholproblemen unter die Arme zu greifen. Weiter erzählte Merk den Gästen die bewegte Geschichte der Stiftung.

Ein sichtbares Zeichen

Der dritte Redner an der Feier war Mario Fehr. Er nahm die Aussage von Stiftungsrat Grütter auf: «Ich freue mich, hier im schönsten Tal des Kantons Zürich zu sein.» Augenzwinkernd fügte er an, dass seiner Meinung nach das Sihltal dem Reppischtal in nichts nachstehe. Dafür erntete er amüsiertes Lachen des Publikums.

Fehr bezeichnete die Gründung der Stiftung Schweizerische Nationalspende als ein «sichtbares Zeichen der engen Verbindung zwischen der Zivilbevölkerung und der Armee». Auch geniesse der Waffenplatz Reppischtal die Unterstützung der Bevölkerung, die 1975 den benötigten Kredit angenommen habe. «Zürich ist auch ein Militärkanton.» Er habe den Waffenplatz auch schon als «Central Park» von Zürich bezeichnet: Er sei etwa gleich gross wie der berühmte Park in New York. «Anstatt nach New York, kann man also auch einfach zu uns ins Reppischtal kommen», sagte Fehr.

Er dankte auch der Schweizerischen Nationalspende für ihr 100-jähriges Engagement. «Sie hat massgeblich dazu beigetragen, dass der Bund heute eine eidgenössische Sportschule in Tenero betreiben kann.»

Zum krönenden Abschluss ergriff der Korpskommandant und Chef der Armee, Philippe Rebord, das Wort. «Unsere Soldatinnen und Soldaten haben ein Anrecht auf Unterstützung in einer Krise», sagte er. «Kameradschaft ist ein Wert, den es uneingeschränkt zu pflegen gilt.» Rebord lobte die SNS, ohne sie gäbe es heute den Sozialdienst der Armee nicht. Die Milizarmee bestehe aus Menschen, die auch in Zukunft für dieses Engagement dankbar sein würden.

Nach dem Applaus folgte ein Konzert von Alphornbläsern. Seinen Höhepunkt fand das Fest in der Aufführung der Oper «Betly» von Gaetano Donizetti.