Schlieren
Zelgliquartier: Ein Nein zur Antenne wäre Rechtsmissbrauch

Die Einwohner des Zelgliquartiers wollen keine Antennenanlage. Über 200 Unterstützer haben das Anliegen auf der Plattform Petitio unterzeichnet. Nach der Prüfung von alternativen Standorten hat die Stadt Schlieren der Swisscom die Bewilligung für den Bau ihrer Antenne jedoch erteilt.

Alex Rudolf
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Bereits am 22. Januar erteilte der Ausschuss Bau und Planung die Baubewilligung für die Antenne im Zelgliquartier.

Bereits am 22. Januar erteilte der Ausschuss Bau und Planung die Baubewilligung für die Antenne im Zelgliquartier.

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Der Ausschuss Bau und Planung der Stadt Schlieren hat die Baubewilligung für die Antennenanlage im Zelgliquartier erteilt. Dies schreibt der Stadtrat in seiner Antwort auf die Petition von Einwohnern des Zelgliquartiers. Im vergangenen Oktober wurde Widerstand gegen den Bau der Swisscom-Antenne auf dem Dach des Mehrfamilienhauses an der Lättenstrasse 2 laut. Auf der Plattform Petitio haben inzwischen 220 Unterstützer das Anliegen unterzeichnet. Gegen den Entscheid des Ausschusses Bau und Planung kann noch Rekurs eingereicht werden.

In der Petition, die von der Anwohnerin Silvia Meier-Jauch eingereicht wurde, wird darauf verwiesen, dass die sogenannte gepulste Strahlung stark mit diversen Störungen bei Kindern korreliere und die Distanz zu Spielgruppe, Schule und Kindergarten Zelgli zu gering sei. So ist es laut der kürzlich veröffentlichten Mitteilung des Stadtrates nicht das erste Mal, dass sich Betroffene gegen den Bau einer Antennenanlage in ihrem Umfeld wehren. «Durch übergeordnete Erlasse besteht für die Gemeinde beim Mobilfunk aber praktisch kein Handlungsspielraum.»

Alternativen wurden geprüft

So hat die Stadt alternative Antennenstandorte vorgeschlagen, die anschliessend von der Swisscom geprüft wurden. Diese seien allesamt als ungenügend eingestuft worden, schreibt die Exekutive. Verantwortlich dafür seien etwa Faktoren wie Funktionalität oder Abdeckung. «Allen alternativen Standorten ist gemeinsam, dass sie zu weit vom zu versorgenden Gebiet entfernt sind.» Einer der Standorte wäre auf dem Dach des Schlatter-Hochhauses an der Brandstrasse 24 gewesen. «Hier wäre aber die Abdeckung ungeeignet, da das Gebäude zu hoch ist», so der Stadtrat. Zudem würden die umliegenden Swisscom-Mobilfunk-Standorte negativ beeinflusst.

«Allen alternativen Standorten ist gemeinsam, dass sie zu weit vom zu versorgenden Gebiet entfernt sind.»

Stadtrat Schlieren

Auch ob eine Antenne auf dem Mercedes-Benz-Gebäude an der Bernstrasse 55 sinnvoll wäre, liess die Stadt überprüfen. «Dieser Standort liegt jedoch zu weit vom zu erschliessenden Gebiet weg.» Weil dies nicht ausreichen würde, müsste eine zusätzliche Antenne erstellt werden. Ausserdem nahm die Swisscom das Geschäftshaus an der Lättenstrasse 37 unter die Lupe. «Dieses liegt zu nah bei der Mobilfunkanlage eines Mitbewerbers, was dazu führen würde, dass die beiden Anlagen gemeinsam die erlaubten Grenzwerte einhalten müssten.» Leistungseinbussen wären die Folge und die Antenne könnte das Gebiet nicht vollständig versorgen. Daher müsste ein Standort für eine weitere Antenne gesucht werden.

Grenzwerte einhalten

Darüber hinaus habe sich das kantonale Amt für Abfall, Wasser, Energie und Luft (Awel) der Antenne angenommen und den Standort überprüft, so der Stadtrat. «Der Fachbericht kommt zum Schluss, dass die Anforderungen erfüllt werden und das Projekt mit den beantragten Betriebswerten unter Auflagen bewilligt werden kann», so der Stadtrat. Zudem werde im Bericht explizit darauf hingewiesen, dass die erlaubten Grenzwerte auch auf den umliegenden Spielplätzen eingehalten werden.

«Im Awel-Bericht wird explizit darauf hingewiesen, dass die erlaubten Grenzwerte auch auf den umliegenden Spielplätzen eingehalten werden.»

Stadtrat Schlieren

Aufgrund dieser Überlegungen hat der Ausschuss Bau und Planung der Stadt Schlieren die Baugenehmigung für die Antenne am 22. Januar erteilt. «Spielraum für eine Verweigerung hat bei diesem Projekt nicht bestanden. Ein ablehnender Entscheid wäre somit rechtsmissbräuchlich», so der Stadtrat. Doch kann gegen diesen Beschluss noch Rekurs erhoben werden. Zwar findet es Meier Jauch schade, dass der Widerstand nicht fruchtete. «Einen Rekurs werden wir sehr wahrscheinlich nicht einreichen», sagte sie gestern auf Anfrage.