«Tag der Musik» in Schlieren
Wo sich Schubert und Pharrell unter freiem Himmel treffen

Zum ersten Mal haben die Schlieremer am Mittwoch den nationalen «Tag der Musik» gefeiert. Am Abend mischten regionale Musikvereine den Kirchplatz auf.

Fabienne Eisenring
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Wer am Mittwochabend aus dem Bahnhof Schlieren trat, wurde von Drehorgelklängen und dem breiten Lächeln von Eveline Weggler empfangen. Wie sie jedem, der anhielt und zuhörte, erzählte, trete sie anlässlich der ersten «Fête de la Musique» in Schlieren auf. Das Datum für die Feier war nicht willkürlich gewählt. Am 21. Juni wird landesweit der «Tag der Musik» begangen. In der Romandie etwa ist er längst fester Bestandteil im Jahreskalender. Auch ist es kein Zufall, dass Schlieren als erste Limmattaler Stadt mitzieht, ist doch Stadtrat Stefano Kunz (CVP) Geschäftsführer des Schweizer Musikrats, der den Feiertag organisiert und nun auch in der Deutschschweiz etablieren will.

Den studierten Gesangslehrer traf man am Mittwoch immer da an, wo die Musik spielte: Den Tag durch bei Auftritten verschiedener lokaler Musikvereine im Lilienzentrum, im Parkside Center und in der Stadtbibliothek, am Abend im Freien auf dem Kirchplatz. «Heute hört jeder mehrere Stunden am Tag Musik, doch den wenigsten ist bewusst, wie diese entsteht», so Kunz. Diese Diskrepanz gelte es am «Tag der Musik» zu überwinden. Unterstützt wird dieses Ziel vom Bundesamt für Kultur.

Stadtrat Stefano Kunz (CVP) führte durch den ganzen «Tag der Musik» in Schlieren.

Stadtrat Stefano Kunz (CVP) führte durch den ganzen «Tag der Musik» in Schlieren.

Fabienne Eisenring

Klassik und Bratwurst geniessen

Dem Publikum wurde auf dem Kirchplatz ein bunter Mix geboten. Den Anfang machte der Trachtenchor Schlieren, mit heiteren Mundart-Stücken, die die Zuhörer die hitzigen Temperaturen vergessen liessen. Selber seien sie in ihren Kostümen aber ziemlich ins Schwitzen gekommen, meinte eine Frau, die sich nach ihrem Auftritt schnaufend im Schatten niederliess. Weiter ging es mit dem Jodlerklub Schlieren, der mit dem Lied «Dini Seel ä chli la bambälä la» genau die Stimmung des Publikums traf; es summte mit und schunkelte.

Der Zürcher Laudate-Chor wählte als Auftakt Schuberts «An die Sonne». Sobald diese hinter dem Kirchengebäude verschwunden war, füllten sich auch die Bänke, zu den eher älteren Zuhörern gesellten sich junge Familien. Einen so grossen Auflauf hätte Kunz nicht erwartet. Da das fünfköpfige OK erst im April mit dem Organisieren begonnen hätte, sei wenig Zeit für Werbung geblieben. Auch sei einigen Vereinen wie dem Männerchor Schlieren die Einladung zu kurzfristig gewesen. Dennoch spielten rund 180 Musiker in acht Formationen am Musiktag auf – und das ohne Gage.

Das Stadtorchester bot mit Schubert, Holst und Järnefeldt ein klassisches Feuerwerk. «Es ist schön, unter freiem Himmel zu spielen und zu sehen, wie das Publikum auf unsere Musik reagiert», sagte Cellistin Anita Clerc. Gut ankommen taten auch 280 Würste und doppelt so viele Brotstücke, die diesen Abend über den Tisch gingen.

Der «Tag der Musik» am 21. Juni wird landesweit begangen. Eveline Weggler empfängt mit ihrer Drehorgel die Passanten am Schlieremer Bahnhof.
17 Bilder
 Erstmals findet der Festtag in Schlieren statt. Am Abend treten regionale Musikvereine auf dem Kirchplatz auf.
 Im Bild: der Trachtenchor Schlieren sendet ein «Münschli» an das Publikum.
 Im Bild: der Jodlerklub Schlieren.
 Im Bild: der Zürcher Laudate-Chor.
 Im Bild: der Zürcher Laudate-Chor.
 Im Bild: das Stadtorchester Schlieren.
Impressionen vom ersten «Tag der Musik» in Schlieren 21.06.17
 Im Bild: die Tambouren der Kreismusig Limmattal.
 Im Bild: die Tambouren der Kreismusig Limmattal.
 Im Bild: die Tambouren der Kreismusig Limmattal.
 Im Bild: die Harmonie Schlieren.
 Im Bild: die Harmonie Schlieren.
 Im Bild: die Harmonie Schlieren.
 Im Bild: die Schwyzerörgeli-Gruppe Schlieren.
 Im Bild: die Schwyzerörgeli-Gruppe Schlieren.
 Das Publikum zeigte sich hell begeistert.

Der «Tag der Musik» am 21. Juni wird landesweit begangen. Eveline Weggler empfängt mit ihrer Drehorgel die Passanten am Schlieremer Bahnhof.

Fabienne Eisenring

Auf die Rhythmen der Tambouren der Kreismusig Limmattal folgten etwa «Happy» von Pharrell Williams und Bliggs «Legändä und Heldä», gespielt und gesungen von der Harmonie Schlieren. Der Abend klang aus mit der städtischen Schwyzerörgeli-Gruppe. Zum Schluss meldete sich Stadtpräsident Toni Brühlmann-Jecklin zu Wort. «Mir wurde eben gesagt: ‹Toni, du kannst stolz sein auf deine Stadt.› Das sehe ich genauso.» Kunz hofft, dass es nächstes Jahr wieder ein Musikfest in Schlieren geben wird. Die Motivation der Beteiligten sei da, das spüre er.