Uto Kulm
Wirt auf Uto Kulm darf hoffen

Der Kantonsrat macht den Weg frei für eine nachträgliche Legalisierung von illegal erstellten Anbauten auf dem Üetliberg.

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Wirt auf Uto Kulm darf hoffen

Wirt auf Uto Kulm darf hoffen

Keystone

Alfred Borter

Giusep Fry, der Wirt auf Uto Kulm, der das ganze Gelände 1999 von der damaligen Bankgesellschaft übernommen hat, hat es geschafft, das traditionsreiche Berggasthaus zu einem weitherum geschätzten Seminarhotel zu verwandeln. Dafür erhielt er gestern im Kantonsrat ein grosses Lob. Jörg Mäder (GLP, Opfikon) etwa attestierte ihm, er habe das Hotel aus dem Dornröschenschlaf erweckt, und Martin Geilinger (Grüne, Winterthur) meinte, ihm gebühre Bewunderung, dass er seinen Betrieb so erfolgreich manage.

Keine Strafaktion für Fry

Dass er die Um- und Ausbauten zum Teil ohne die nötigen Bewilligungen vorgenommen hat, wurde ihm aber von allen Seiten als massive Widerrechtlichkeit angekreidet. Von verschiedenen Seiten hiess es aber, es gehe jetzt nicht darum, Fry abzustrafen, sondern es obliege dem Parlament einzig und allein, einen gangbaren Weg zu eröffnen, um die Nutzungskonflikte zu entschärfen und einen für alle Beteiligten – Hotelbesitzer, Öffentlichkeit, Natur – erträglichen Kompromiss zu finden. Max Clerici (FDP, Horgen) sah nicht nur beim Wirt Fehler, sondern auch bei der Gemeinde Stallikon und der Baudirektion, die zu spät eingegriffen habe, doch jetzt könne man die Sache auf eine baurechtlich saubere Art ins Lot bringen. Auch Josef Wiederkehr (CVP, Dietikon) sah im Antrag der Regierung die beste der möglichen Lösungen, obschon die Zustimmung zur neuen Richtplaneintragung kein Persilschein für Giusep Fry darstelle.

SP und Grüne hingegen wehrten sich vehement dagegen, dass das Parlament die Möglichkeit eröffne, die illegal erstellten Anlagen – im Wesentlichen geht es um ein Rondell und einen grossen verglasten Wintergarten – nachträglich zu bewilligen. «Das Gesetz soll sich nicht biegen lassen», betonte Eva Torp (SP, Hedingen). Seitens der Grünen sekundierte Françoise Okopnik (Zürich): «Rechtswidriges Verhalten darf nicht noch belohnt werden.»

Kein Helikopter-Verbot

Die Mehrheit fand aber, es liege durchaus auch im Interesse der Öffentlichkeit, wenn der Kantonsrat die Umteilung des ganzen Gipfelgebiets in die Erholungszone festlege und dabei Fry nicht zu viele Hindernisse in den Weg lege. So verwarf die Mehrheit den Antrag von SP und Grünen, bloss die 2002 bewilligten Bauten und Anlagen zuzulassen, mit 103 zu 62Stimmen. Ferner sollen, wie das die Baudirektion vorhat, im Jahr 4000Autofahrten auf den Üetliberg und zwölf Helikopterlandungen möglich sein. SP, Grüne, Grünliberale, CVP und EVP wollten eine Beschränkung auf 3000 Autofahrten und Helikopterlandungen ganz verbieten, doch lehnte die Mehrheit mit 87 zu 79Stimmen den Antrag ab.

In einem Gestaltungsplan soll, wie Baudirektor Markus Kägi ausführte, unter anderem festgelegt werden, dass der Aussichtspunkt Känzeli für alle zugänglich ist.

Nach Einschätzung des Präsidenten der Kommission für Planung und Bau, Thomas Hardegger (SP, Rümlang), dürfte es wegen der Rechtsmittelverfahren trotzdem noch Jahre dauern, bis alle Fragen geklärt sind. Trotzdem darf Giusep Fry hoffen, der neue Richtplaneintrag helfe, dass er die bisher ohne Gesetzesgrundlage erstellten Bauten nicht abbrechen muss.