Es dauert zwar noch sechs Jahre bis zur Limmattaler Projektschau, kurz Regionale 2025 genannt. Der gleichnamige Verein will der Bevölkerung nun aber bereits einen ersten Einblick gewähren und ihr einzelne Projekte vorstellen. Dies soll am Samstag auf dem Velo geschehen. Geplant ist eine Tour durchs Limmattal von Wettingen nach Schlieren – individuell oder in der Gruppe. «Wir möchten den Leuten zeigen, woran wir arbeiten. Wichtig ist uns aber auch, dass die Trägerschaft, die 15 Limmattaler Gemeinden sowie die Kantone Aargau und Zürich, sehen, was bereits gegangen ist», sagt Geschäftsleiter Peter Wolf. Seit der Inbetriebnahme der Geschäftsstelle mit Sitz im Dietiker Altbergquartier Ende 2016 unterstützen Wolf und sein Team Organisationen und Gruppen bei der Realisierung von innovativen Projekten im Limmattal.

Zur Aufgabe gehört auch die Vernetzung von Akteuren aus Politik und Kultur. «Bis 2025 wollen wir 30 Projekte zeigen können, die umgesetzt und für die Bevölkerung benutzbar sind. Das ist unser Ziel», sagt Wolf. Derzeit existieren 21 Projekte. Diese decken Themenfelder wie Freizeit und Natur, Siedlung und Mobilität sowie Kultur ab. Wolf und sein Team wählten sie mit einer Fachjury hinsichtlich zweier Kriterien aus. «Sie sollen entweder eine regionale Bedeutung haben oder beispielhaft auch für andere Regionen anwendbar sein», sagt Wolf.

WCs dank regionalem Kontext

Einige Projekte konnten bereits vorangetrieben werden. Besonders erfreulich sei für ihn die neue Ausstiegsstelle Allmend beim Bahnhof Glanzenberg für Limmat-Böötler, die Ende Juni offiziell eröffnet wird. Diese ist Teil des Projekts Blaues Band Limmat, das die Wichtigkeit des Flussraumes für Freizeit und Erholung hervorhebt. «Wir haben der Allmend zu einer Toiletten-Anlage verholfen. Ursprünglich waren nur Toi-Tois vorgesehen», sagt Wolf. Da man das Projekt in einen regionalen Kontext habe setzen können, habe der kantonale Natur- und Heimatschutzfonds 200'000 Franken für die WCs gesprochen. «Die Toiletten sind zwar etwas Banales. Trotzdem zeigt die Geschichte, dass man als Region mehr bewirken kann als einzelne Gemeinden.»

Die Projektschau diene indessen nicht nur der Weiterentwicklung des stark wachsenden Limmattals, sondern auch der Stärkung des regionalen Bewusstseins über die Kantonsgrenze hinaus. «Die Leute sollen sich nicht einfach nur als Dietiker, Urdorfer, Badener oder Neuenhofer, sondern primär als Limmattaler verstehen», sagt Wolf. Das geplante Limmatfloss in Wettingen spiele für Schlieremer keine Rolle und umgekehrt interessierten sich die Wettinger nicht für die Renaturierung des Limmatbogens in Schlieren. «Doch diese Einzelmassnahmen bilden viele Perlen an der Kette namens Limmat, die sich als Identitätsgeber der Region darstellt», so Wolf. Doch nicht alle Projekte entwickeln sich so erfreulich. «Vor allem dort, wo Organisationsstrukturen fehlen oder nicht gut funktionieren, wird es schwierig.» So könne man die Stärkung des Bruno-Weber-Parks derzeit wenig fördern, da man innerhalb der eigenen Organisation selbst nicht wisse, wie es weitergehe.

Zmorge mit Politprominenz

Um 11 Uhr fällt am Samstag auf dem Zentrumsplatz in Wettingen der Startschuss für die 20 Kilometer lange Entdeckungstour mit vier Zwischenstopps, an denen für Verpflegung gesorgt ist. Wer nicht so sportlich ist, kann gratis ein E-Bike ausleihen. Ab 10 Uhr gibt es ein Zmorge. Begrüsst werden die Teilnehmenden nicht nur von Brigitta Johner, Präsidentin der Regionale 2025, sondern auch vom Aargauer Regierungsrat Markus Dieth sowie vom neu gewählten Zürcher Kantonsratspräsidenten Dieter Kläy. Von Wettingen geht es um 12.30 Uhr nach Neuenhof ins Gebiet Härdli, wo die Gemeinde das Projekt «Neuenhof am See» präsentiert. Nächster Stopp ist in Würenlos auf dem Bickgut mit Blick auf die Landschaftskorridore Sulperg-Rüsler und Hüttikerberg-Sandbühl, die ebenso mit Projekten aufgewertet werden sollen. Beim Büro der Regionale 2025 in Dietikon gibt es einen Einblick in deren Arbeit und einige Kostproben des Klangteppichs Limmattal. Am Schlieremer Bahnhof erfährt man von der Veloschnellroute zwischen Zürich Altstetten und Dietikon. Endstation bildet um 17 Uhr das Gaswerkareal Schlieren, wo die Schlieremer Stadträtin Manuela Stiefel die Bevölkerung in Empfang nehmen wird. Zudem werden Führungen auf dem Areal angeboten.