Weiningen
«Wir werden weitere Verluste einfahren»

Das Minus von zwei Millionen Franken ist noch nicht das Ende der Fahnenstange.

Alex Rudolf
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Die Primarschulgemeinde Weiningen hat nun mehr Mitspracherecht in der Fahrweid.

Die Primarschulgemeinde Weiningen hat nun mehr Mitspracherecht in der Fahrweid.

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Für Sorgenfalten unter den 46 Teilnehmern der Gemeindeversammlung vom Donnerstagabend in Weiningen sorgte die Rechnung 2015. Bei einem Aufwand von 22,8 Millionen Franken und einem Ertrag von 20,7 Millionen resultiert ein Minus von 2,1 Millionen. Dies wird dem Eigenkapital entnommen, welches neu auf rund 11 Millionen Franken schrumpft. Laut Finanzvorstand Rolf Bärenbold (FDP) seien die tieferen Steuereinnahmen der Grund dafür. Diese liegen rund eine Million unter den Erwartungen, obwohl die Bevölkerung gewachsen ist. «Einen grossen Brocken machten Einnahmen aus, die von manchen Steuerzahlern in die Pensionskasse überwiesen wurden und somit nicht versteuert wurden», so Bärenbold. «In den kommenden drei bis vier Jahren werden wir wohl weiterhin Verluste einfahren», sagte er. Dies sei jedoch kein Grund zur Panik. Da die Gemeinde in den vergangenen Jahren einige Investitionen getätigt hatte, müsse man nun konsolidieren.

Der Präsident der Rechnungsprüfungskommission (RPK), Thomas Mattle, widersprach: «Aus unserer Sicht stehen die Weininger Finanzen nicht auf gesunden Beinen», stellte er fest. Trotzdem empfahl er die Rechnung zur Annahme, was auch einstimmig geschah.

Sanierung oder Neubau bleibt offen

Der 50 Jahre alte Schülerzuteilungsvertrag ist Geschichte: Einstimmig votierten die Stimmberechtigten für die neue Vereinbarung. Grundsätzlich gehe es um das Fahrweider Schulhaus und dessen Sanierung, sagte Schulvorsteher Mario Okle (parteilos) zum Geschäft. «Es lässt sich noch nicht sagen, ob man das Schulhaus sanieren oder einen Neubau erstellen soll», so Okle. Doch wolle man für beide Varianten bereit sein.

Aktuell habe die Weininger Primarschulgemeinde im Anschlussvertrag formell keine Rechte. Dies obwohl drei Viertel der Schüler des Schulhauses Fahrweid auf Weininger Gebiet wohnen. Um diesen Missstand zu beheben, wird nun ein neuer Ausschuss gebildet, in dem Vertreter beider Primarschulgemeinden einsitzen. Nebst dem, dass das Budget vom neuen Ausschuss beraten werde, übernimmt neu auch die Verursachergemeinde die Kosten für neuen Schulraum.

Löhne werden marktgerecht
Auch die Teilrevision der Besoldungsverordnung Weiningen wurde einstimmig angenommen. Dies sei notwendig, damit die Gemeinde ein attraktiver Arbeitgeber bleibe, sagte Gemeindepräsident Hanspeter Haug (SVP). So soll der Gemeinderat nach Mitarbeitergesprächen über Lohnerhöhungen befinden können, die auch über der Teuerung liegen und nicht anderswo eingespart werden müssen. So sieht es die aktuelle Verordnung vor. Der Gemeinderat erhofft sich dadurch in der Verwaltung Kontinuität zu fördern.
Der Antrag der RPK, wonach die Lohnerhöhungen 2 Prozent der Gesamtlohnsumme nicht überschreiten sollen, wurde ebenfalls einstimmig angenommen.