Corona-Virus
«Wir spüren die Absagen der Firmen-Apéros»: Weniger Gäste im Fondli und kein Kantiball

Laufend werden Veranstaltungen in der Region wegen des Corona-Virus abgesagt, wie der Kantiball der Kantonsschule Limmattal. Im Dietiker Fondli gehen weniger Leute ins Schwimmbad, während im Hallenbad Geroldswil die Besucherzahlen dagegen gleich blieben. Die Dietiker Stadthalle ist nach wie vor in Betrieb.

Lydia Lippuner
Merken
Drucken
Teilen

Claudio Thoma / Aargauer Zeitung

Laufend werden Veranstaltungen in der Region wegen des Corona-Virus abgesagt. Trotzdem ist die Dietiker Stadthalle nach wie vor in Betrieb. «Nach der Weisung des Kantons können Veranstaltungen bis 1000 Personen weiter durchgeführt werden», sagt Stadtrat Heinz Illi (EVP). Als Sicherheitsvorstand steht er auch der Dietiker ­Gemeindeführungsorganisation (GFO) vor. Diese sorgt dafür, dass der Verwaltungsbetrieb weiterhin funktioniert und trifft Schutzmassnahmen für die Öffentlichkeit.

«Viele Veranstalter sind verunsichert, ob in dieser besonderen Situation überhaupt genügend Besucher an Grossanlässe kommen», sagt Illi. Deswegen seien einige Veranstaltungen abgesagt worden. Die Veranstalter werden angehalten, sich an die Empfehlungen der Gesundheitsdirektion des Kantons Zürich zu halten. Sie sind dafür verantwortlich, dass keine Anlässe mit besonders gefährdeten Personen durchgeführt werden und die allgemeinen Schutzmassnahmen wie Händehygiene, Abstand halten und Husten- und Schnupfenhygiene durchgeführt werden.

Kantiball wurde abgesagt, Skitag fand statt

Der für den 28. März geplante Kantiball der Kantonsschule Limmattal (KSL) in Urdorf wurde wegen des Corona-Virus abgesagt. «Es ist ein grosser Anlass, an dem auch immer wieder externe Leute teilnehmen», sagt Werner De Luca, KSL-Rektor. Die Schülerorganisation und die Schulleitung nahmen gemeinsam eine Risikoabwägung vor.

«Die Organisatoren haben dann selbstverantwortlich entschieden, den Anlass abzusagen. Die anderen Jugendlichen verstehen die Entscheidung, auch wenn sie sie bedauern», sagt De Luca.

Die Organisatoren haben dann selbstverantwortlich entschieden, den Anlass abzusagen. Die anderen Jugendlichen verstehen die Entscheidung, auch wenn sie sie bedauern.

(Quelle: Werner De Luca, Rektor der Kantonsschule Limmattal (KSL))

Teilnehmerzahlen und Veranstaltungsort spielen eine Rolle

Grund für die Absage sei, dass man die Teilnehmerzahl nicht genau abschätzen könne. Und dass der Anlass drinnen auf engem Raum stattgefunden hätte. Ganz anders als der Skitag, der vor einigen Tagen im Graubünden durchgeführt wurde. Dort gingen rund 700 Schülerinnen und Schüler in die Berge und bewegten sich an der frischen Luft. «Der Skitag hat in Absprache mit den Behörden des Kantons Graubünden stattgefunden», sagt De Luca. Die Schulleitung entscheide von Fall zu Fall, ob Anlässe stattfinden sollen oder nicht

Verantwortung übernehmen und ältere Leute schützen

Bislang haben sich laut De Luca weder Eltern noch Schüler beschwert. Als Präventionsmassnahme hängen Plakate des Bundesamts für Gesundheit in den Schulgängen. «Wir bemühen uns, die verordneten Massnahmen einzuhalten und die Schüler im Klassenzimmer, nicht im Plenum, zu informieren», sagt De Luca. Denn auch wenn die Schülerinnen und Schüler nicht zur Risikogruppe gehören, sei es doch wichtig, dass sie Verantwortung übernehmen und mit ihrem Verhalten ältere Leute schützen.

Bei den Hallenbädern sind die Auswirkungen unterschiedlich: Im Dietiker Fondli gehen weniger Leute ins Schwimmbad. «Man sieht, dass die Belegung des Hallenbades gesunken ist», sagt Illi. Infolge der Umstände putze das Personal häufiger als vor dem Ausbruch des Virus. «Wir möchten das Bad so lange wie möglich offen halten», sagt Illi. Denn das Fondli sei weiterhin ein wichtiger Bestandteil des öffentlichen Lebens.

Heinz Illi (EVP), Dietiker Sicherheitsvorstand   

Heinz Illi (EVP), Dietiker Sicherheitsvorstand   

Sandra Ardizzone

Im Hallenbad Geroldswil blieben die Besucherzahlen dagegen trotz des Corona-Virus gleich. «Wir merken keinen si­gnifikanten Unterschied», sagt Maya Werder, Leiterin des Hallenbades. Falls sich die Präventionsmassnahmen in den Schulen aber verändern, könnte dies laut Werder auch Auswirkungen auf den Badebetrieb haben.

Auch in den Limmattaler Bars hinterlässt das Corona-Virus Spuren. «Wir spüren die Absagen der Firmen-Apéros», sagt Stefan Schmucki. Er betreibt die Zeus-Bar in Dietikon. Doch auch wenn Firmen-Anlässe abgesagt werden, läuft sein Betrieb noch immer gut. «Unsere Stammgäste und auch die Gäste unter 65 Jahren kommen regelmässig in die Bar», sagt Schmucki. Statt dass sie sich die Hände schütteln, sehe er bei seinen Gästen öfters, wie sie sich mit dem Ellenbogen oder den Füssen begrüssen. Dies scheine ihnen Spass zu machen.