Die Region feiert

Wir haben uns in Aesch, Oberengstringen und Dietikon unters Festvolk gemischt

Schön waren die Limmathaler Feste am Wochenende

Schön waren die Limmathaler Feste am Wochenende

Wer sein Wochenende nicht in der Badi oder im See verbringen wollte, der hatte eine grosse Auswahl an Alternativen. In Oberengstringen wurde getanzt, was das Zeug hält, in Dietikon zogen die Trychler um die Häuser, und in Aesch war Action angesagt.

Auf dem Dorfplatz in Oberengstringen gab es fette Beats zu einem Gläschen Wein

Die Bässe dröhnten auf dem Dorfplatz, als der «Dance-Battle», organisiert von der Jugendarbeit, über die Bühne fegte. Internationale Teilnehmer zeigten coole Moves zu fetten Beats. Der Wettbewerb war Teil des dreitägigen Oberengstringer Dorfplatzfestes, das von der «Kommission Dorfplatzbelebung» ins Leben gerufen wurde.

«Die Idee dazu entstand, als wir unser traditionelles Weinfest mit einem neuen Konzept beleben wollten», wie Gemeindepräsident André Bender erklärte. Weil das Weinfest wiederum aussetzte, fiel im Frühjahr die Entscheidung für eine eigenständige Feier.

Zum Dorf bekennen

Trotz grosser Konkurrenz zog das Fest ein gut gelauntes, grosses Publikum an. Bereits am Freitag sorgte Musik von der Streichmusik Edelweiss oder der Band Flashback für fröhliche Stunden im Festzelt. Die Frauen- und Männerriege, der Eltern- sowie der Gewerbeverein bestritten die Verpflegung.

Auch der Rebensaft durfte nicht fehlen: Zwei Weindegustationen im Weinhüsli galt es zu geniessen. Der Event bot auch der Kreismusik Limmattal die Möglichkeit, das Jubilarenkonzert zu spielen. Für Kinder und Jugendliche gab es neben dem eingangs erwähnten Dance-Battle ein Kino im Gemeindesaal oder einen Spielparcours der Pfadi.

Höhepunkt war der gesellige Bürger-Apéro am Samstag. 815 Personen erhielten die Einladung zum Anstossen. «Es ist wichtig, dass wir Bürger haben, die sich zu ihrem Dorf bekennen können», so Bender. Zu seiner Freude waren die Anmeldungen zahlreich.

Unter ihnen auch Lucy und Martin Sieber: «Wir haben uns sehr über die Einladung gefreut.» Der Abend stand später ganz im Zeichen der Limmattaler-Band «Generell 80». Abgerundet wurde das Fest am Sonntag mit einem ökumenischen Gottesdienst sowie einem feinen Meuli-Zmorge.

An der Chalä Chilbi geben Trychler den Ton an

Mit grosser Wucht hallt ein scheppernder Klang durch die Strassen von Dietikon und dürfte bei so manchem Chalä-Chilbi-Besucher noch immer tief in den Knochen sitzen. Wer bis anhin das Schweizer Traditionsgut aus gehämmertem Blech nicht kennt, wird den markanten Ton nicht so schnell vergessen.

Trycheln an der Chalä Chilbi

Trycheln an der Chalä Chilbi

Erwartungsgemäss werden die Ohren zugehalten, als die Trychlergruppe aus Dietikon im Takt und mit konzentrierten Gesichtern in Richtung Stadthaus läuft, bevor das Spektakel in ein heiteres Chilbifest übergeht.

«Es muss zusammenpassen»

Zum ersten Mal vor Ort sind die Schwestern Sarah und Nicole Frank aus Aarau mit Freundin Nadine Eichholzer deren Partner, wie sie sagt, aktives Mitglied sei. Ebenso und in erster Reihe zeigt sich der elfjährige Raul aus Dietikon und meint: «Viele sagen ja, es gibt keine Noten und damit keinen Sinn zum Trycheln, dabei wissen sie doch gar nicht, wie es geht. Es ist wie im Chor, es muss zusammenpassen und man muss immer im Takt bleiben.»

Strohballen, Sitzbänke und eine Bar laden zum Verweilen ein. «Uns geht es sehr gut, wir sind eine Gruppe, die nun seit 25 Jahren zusammenhält», weiss Reto Wagner zu berichten. Aus jener Zeit hängt eine Trychel von Ehren-Trychler Martin Camenzind aus Dietikon zur Dekoration an einem Holzbalken von der Decke.

«Ein viertel Jahrhundert sind wir nun hier auf dem Hof der Kellers», freut sich ebenfalls Gründer Pius Baggenstos. Mit dem Eindunkeln und diesmal mit rund 25 Kilos auf den Schultern eilt die Gastgruppe aus Oberägeri mit anderer Tragform der Trychel zum Eingang.

Der langjährige OK Präsident Werner von Holzen, der diese Position nun an Koni Lips übergab, erinnert sich: «Es war einfach immer gut und ist es auch in diesem Jahr.»

Am Dorffest in Aesch werden Häuser und der Durst gelöscht

Den Samariterverein gibt es seit 125 Jahren, was in Aesch mit einem Dorffest gefeiert wird. Deshalb dreht sich am vergangenen Samstag alles um die verschiedenen Blaulichtorganisationen. Überall gibt es etwas zu bestaunen oder ausprobieren, aber auch für Verpflegung und kalte Getränke ist gesorgt.

Kurz nach dem offiziellen Beginn des Dorffestes am Samstagnachmittag bleiben die grossen Besuchermengen zwar noch aus. Verständlich, da das Thermometer über 30 Grad anzeigt und so jedem den Schweiss ins Gesicht treibt.

Begehrtes Ziel sind daher wohl eher Badis und Seen als das Festgelände. Doch die Besucher, die da sind, nutzen das Angebot rege. Da der Samariterverein sein 125-jähriges Bestehen feiert, zollt Aesch den Blaulichtorganisationen Tribut. Feuerwehr, Polizei, Sanität und Samariterverein stellen sich vor und geben Einblicke ich ihre tägliche Arbeit.

Alles kann von den Besuchern angefasst und ausprobiert werden, was diese auch rege tun. Natalie testet zuerst den Treppenstuhl der Sanität. Dieser vereinfacht den Alltag des Sanitäterteams enorm, da auf diese Weise nicht das gesamte Gewicht des Patienten getragen werden muss. Sandro hingegen wagt sich gleich an die schweren Maschinen und setzt sich auf das Motorrad der Polizei – nun hat er wohl einen Berufswunsch.

Bei der Feuerwehr wird man als Besucher selbst in die Pflicht genommen. Ein Haus muss gelöscht werden, was den Kindern innerhalb von Sekunden gelingt. Da bleibt noch genug Zeit, um zwischendurch auch einmal die Feuerwehrleute nasszuspritzen. Aber auch wer es eher ruhiger und schattiger mag oder kurz durchatmen muss, kommt auf seine Kosten. Ein grosses Festzelt bietet feines Essen, und bei diesen Temperaturen noch wichtiger, kalte Getränke.

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