Wien-Attentat
Winterthurer «Kollegen» von Wien-Attentäter müssen in U-Haft

Die Staatsanwaltschaft und die Winterthurer Jugendanwaltschaft haben die Massnahme am Donnerstagnachmittag beantragt.

Mirko Plüss
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Einer der zwei Angeklagten ist ein den Behörden bekannter Salafist, der auch im grossen An’Nur-Prozess vor dem Winterthurer Bezirksgericht im Oktober 2018 mitangeklagt war.

Einer der zwei Angeklagten ist ein den Behörden bekannter Salafist, der auch im grossen An’Nur-Prozess vor dem Winterthurer Bezirksgericht im Oktober 2018 mitangeklagt war.

Walter Bieri/Keystone

Zwei Schweizer wurden am Dienstag verhaftet, weil sie mit dem Attentäter von Wien in Kontakt gestanden waren. Nun haben die Ermittlungsbehörden in beiden Fällen Untersuchungs-Haft beantragt.

Die Zürcher Oberstaatsanwaltschaft ist für den 24-jährigen der beiden zuständig, die Winterthurer Jugendanwaltschaft für den 18-Jährigen.

Die Jugendanwaltschaft schreibt auf Anfrage des Landboten: «Ziel ist es, zu ermitteln, inwieweit der 18-Jährige in Kontakt zu dem Attentäter in Wien gestanden ist. Es gilt die Unschuldsvermutung.»

Zugriff im Grüzefeldquartier

Die Spezialeinheit EG Diamant der Kantonspolizei Zürich hatte am Dienstagnachmittag in Winterthur zugeschlagen. Anwohner konnten das Polizei-Grossaufgebot im Grüzefeldquartier beobachten. Bundesrätin Karin Keller-Sutter (FDP) hatte am Dienstagabend erklärt, die beiden Verhafteten hätten sich mit dem Attentäter getroffen. Sie seien demnach «Kollegen» des Attentäters und bereits in Verfahren verwickelt.

Recherchen zeigen, dass es sich beim 24-Jährigen um einen den Behörden längst bekannten Salafisten handelt. Er war auch im grossen An’Nur-Prozess vor dem Winterthurer Bezirksgericht im Oktober 2018 mitangeklagt. Gegen den 18-Jährigen führte wiederum die Jugendanwaltschaft Winterthur bereits eine Strafuntersuchung wegen Verstössen gegen das IS-Verbot sowie Gewaltdarstellungen. Trotz der nun beantragten Untersuchungs-Haft gibt es bisher keine Hinweise darauf, dass die beiden Winterthurer mit der Planung des Anschlags in Wien zu tun hatten.

Bei der Terrorattacke in der Österreichischen Hauptstadt wurden am Montag vier Passanten getötet und viele weitere teils schwer verletzt. Der mutmasslich allein handelnde 20-jährige Attentäter wurde von der Polizei erschossen. Die Terrormiliz IS reklamiert den Anschlag für sich.