Radikalisierung

Winterthurer Imam rief zum Gesetzesbruch auf – jetzt wurde er entlassen

Imam der An'Nur-Moschee in Winterthur wurde entlassen. (Themenbild)

Imam der An'Nur-Moschee in Winterthur wurde entlassen. (Themenbild)

Winterthurer Moschee entlässt radikalen Imam. Er hatte zum Jihad, zur Radikalisierung und zur Missachtung der Schweizer Gesetze aufgerufen.

Aus der Schweiz sind bis heute 77 Personen in den Jihad nach Syrien gereist, teilte der Nachrichtendienst gestern mit. Nicht wenige davon haben sich zuvor in muslimischen Gebetshäusern radikalisiert. Vor allem die An’Nur-Moschee in Winterthur steht unter Verdacht, junge Gläubige zum Gotteskrieg aufzuhetzen. Tatsächlich hat der dortige Imam Shaik Wail regelmässig zum Jihad und zur Radikalisierung aufgerufen.

Das zeigen zahlreiche Besuche in der Moschee in den letzten vier Monaten. «Der Mann muss in den Krieg gehen. Das ist sein Jihad», sagte Wail in seinen Freitagspredigten. Er sprach vom «Jüngsten Gericht» und dem «Tag der Auferstehung», der «nun» gekommen sei. Dem anwesenden Publikum sagte er, dass ihn die Gesetze der Schweiz nicht interessierten, denn «die islamischen Gesetze stehen über jedem Land».

Wail war erst in diesem Frühjahr als Nachfolger von Imam Abu Mohammed gekommen, der ebenfalls als radikal galt. Nachdem der Vorstand der Moschee von den Recherchen erfuhr, wurde Wail abgesetzt, sie die Sonntags-Zeitung heute berichtet.

Dafür verantwortlich seien jedoch «finanzielle Gründe» gewesen, wie Atef Sahnoun sagt, der ehemalige Präsident der Moschee, der noch immer als inoffizielle Führungsperson amtet. Gespräche mit Mitarbeitern und Besuchern der Moschee zeigen, wie das System der Radikalisierung in Winterthur abläuft. Junge Gläubige werden auf der Strasse oder in anderen Moscheen angeworben und zu einem persönlichen Gespräch mit dem Imam eingeladen. Eine Aussteigerin bezeichnet die Methode als «Gehirnwäsche».

Mehrere Insider sagen zudem, dass die Moschee von der Terrorgruppe IS finanziell unterstützt werde. Sahnoun weist die Vorwürfe zurück. Seine Mitarbeiter würden jegliche Radikalisierungstendenzen bekämpfen. «Wie bei einem Flughafen können wir jedoch nicht ausschliessen, dass auch zu uns gefährliche Leute kommen.»

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