Limmattal

Wildtiere lässt die Kältewelle kalt

Wildtiere litten unter strengem Winter

2009 litten die Wildtiere unter einem strengen Winter mit viel Schnee

Wildtiere litten unter strengem Winter

Keine Hektik um die Eiseskälte: Laut Jagdaufseher könnte es höchstens für junge und schwache Tiere brenzlig werden. Der ertragreiche Sommer und Herbst sowie eine dünne Schneedecke wirken sich positiv aus.

Dieser Winter hat es in sich, es ist so kalt wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Trotzdem kommen die hiesigen Waldbewohner wie Rehe, Wildschweine und Füchse mit der Eiseskälte bisher gut zurecht. Es ist zwar kalt, aber trocken.

Ausserdem ist die Schneedecke im Limmattal so dünn, dass die Tiere einfach an ihr Futter kommen und die Fortbewegung nicht viel Energie kostet. «Unsere Wildtiere sind gut an die kalte Jahreszeit angepasst, auch eine derartige Kältewelle ist grundsätzlich kein Problem», sagt Martin Peter, Jagdaufseher der Jagdgesellschaften Oetwil und Weiningen/Geroldswil. Die Tiere reduzieren die körperlichen Aktivitäten auf ein Minimum, liegen an geschützten Stellen und zehren von den Fettreserven, die sie sich im Herbst angefressen haben.

Solange sie genügend Futter finden und nicht übermässig gestört werden, können sie den Energiebedarf problemlos decken. «Schwierig wird es höchstens für Jungtiere oder alte und angeschlagene Tiere», sagt Peter. Jungtiere könne es derzeit – wenn überhaupt – nur bei den Wildschweinen geben, die nicht einmal, sondern zwei- bis dreimal pro Jahr Junge bekommen.

Mehr als genug Futter

An Futter mangelt es den Tieren diesen Winter nicht, Sommer und Herbst waren sehr ertragreich. «Die Tiere finden mehr als genug Futter», so Peter. Während das Nahrungsangebot für das Rehwild mit Efeu und Brombeeren keine allzu grosse Umstellung bedeutet, muss sich das Wildschwein, ein Allesfresser, für ein paar Wochen mit Grünfutter begnügen und sich von Eicheln und Buchnüsschen ernähren. Denn der Boden ist zu hart, um ihn mit dem Rüssel umzugraben und an die eiweisshaltigen Insekten heranzukommen.

«Manche Wildschweine versuchen, den Boden unter den Tannen umzugraben, der weniger tief gefroren ist», sagt Peter. Auch Greifvögel wie Waldkäuze, Schleiereulen oder Mäusebussarde und Milane hätten laut Peter noch genug zu fressen. «Wenn es sonnig ist, sind die Mäuse aktiv und kommen aus dem Boden.»

Zufüttern will man die Tiere nicht, auch wenn die Kälte weiter anhält. Das wäre laut Peter nicht sinnvoll: «Eine gewisse Sterblichkeitsrate gehört zum Winter dazu. Wenn wir Tiere durchfüttern, greifen wir in den Kreislauf der Natur ein.»

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