In der Limmat bei Dietikon ist am Donnerstagabend ein 17-jähriges Mädchen ertrunken. Das Mädchen war bei der Einmündung des Schäflibachs in die Limmat gestiegen. Gemäss Augenzeugen hat sie das Wasser kurz verlassen und ist dann ein zweites Mal in die Limmat bestiegen.

Danach ist sie nicht mehr aufgetaucht. Die Taucher der Zürcher Seepolizei konnten die Vermisste nach zweistündiger Suche kurz vor dem Stauwehr nur noch tot aus drei Meter Tiefe bergen. Wie es zum Unfall kam und warum das Mädchen gestorben ist, sei noch unklar, wie Werner Benz, Mediensprecher der Kantonspolizei Zürich, gestern auf Anfrage erklärte.

Gefahren lauern unter Wasser

In keinem anderen Gewässer ertrinken so viele Menschen, wie im Fluss. Laut Statistik der Schweizerischen Lebensrettungs-Gesellschaft (SLRG) ereigneten sich im letzten Jahr 21 der 43 Ertrinkungsfälle in Flüssen. «Für Schwimmer ist der Fluss das gefährlichste Gewässer», sagt Prisca Wolfensberger, Mediensprecherin der SLRG. Selbst wenn der Fluss harmlos aussehe und träge dahinfliesse, können unter der Wasseroberfläche Gefahren lauern.

Nie alleine in einem Fluss schwimmen

Wer in offenen Gewässern schwimmen will, muss ein guter Schwimmer sein. Ausserdem gilt als oberstes Gebot: «Niemals ohne Begleitung.» Wer das Gewässer nicht ganz genau kenne - sämtliche Strömungen, Hindernisse wie Brückenpfeiler, Schnellen oder Wehre, sowie mehrere Ausstiegsmöglichkeiten - solle aufs Schwimmen im Fluss verzichten. «Es ist für das Flussschwimmen unerlässlich, Strömungen lesen zu können, um beispielsweise Wirbel frühzeitig zu erkennen», sagt Wolfensberger.

Ausserdem müsse selbst der geübteste Schwimmer mit plötzlich auftretenden gesundheitlichen Problemen wie einem Schwächeanfall oder Unterkühlung rechnen.

So schnell wie möglich hinterhertauchen

Doch wie soll man reagieren, wenn eine Person plötzlich abtaucht? «Wenn man sich in unmittelbarer Nähe befindet und sich nicht selber in Gefahr bringt, sollte man so schnell wie möglich hinterhertauchen», rät Wolfensberger. Dabei zähle jede Sekunde. «In trüben Gewässern ist es sonst fast unmöglich, jemanden ohne entsprechende Ausrüstung wiederzufinden.» Ausserdem sollte man sofort Alarm schlagen.

Im Kanton Zürich gibt es dieses Jahr auffallend viele Ertrinkungs-Fälle. Bislang musste die Seepolizei Zürich 16 Personen tot bergen. Zum Vergleich: Im Jahr 2010 waren es 12. «Noch nie mussten wir durchschnittlich zwei Personen pro Monat bergen - das ist für uns äusserst ungewöhnlich», sagte Dienstchef Marco von Euw gegenüber «20 Minuten». Eine Erklärung für die Zunahme habe er aber nicht.

«An Flussbadi festhalten»

Der Dietiker Stadtpräsident Otto Müller ist nach dem tragischen Unfall tief betroffen: «Ich bedauere diesen Vorfall sehr und spreche den Angehörigen mein tiefes Beileid aus.» Trotzdem wolle man an der Umsetzung der im Regierungsprogramm dieser Legislaturperiode aufgeführten Flussbadi vorerst festhalten. «Die Flussbadi entspricht nach wie vor einem grossen Wunsch der Bevölkerung.» Noch gelte es aber rechtliche Abklärungen betreffend Haftung zu treffen. Geplant ist eine Ausstiegshilfe bei der Überbauung «Limmatblick», damit die Schwimmer nicht in die Nähe des Gebietes des Elektrizitätswerk-Stauwehrs geraten. Müller: «Wir wollen mit dieser Ausstiegshilfe die Sicherheit für die Schwimmer erhöhen und Unfälle verhindern.»