Wahlen 2019

Wie man seine Wähler erreicht und worauf es beim Wahlkampf ankommt

Welche Partei kann die Limmattaler von sich überzeugen und wie macht man das überhaupt? (Archivbild)

Welche Partei kann die Limmattaler von sich überzeugen und wie macht man das überhaupt? (Archivbild)

Heute wie früher brauchen Kandidaten glaubwürdige und relevante Aussagen, damit sie Erfolg haben. Dies sagt der Campaigning-Dozent der ZHAW Peter Stücheli-Herlach.

Es war wohl noch nie so einfach und zugleich schwer, Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Während Kanäle zum Kontaktknüpfen mit anderen Menschen stets mehr und mehr werden, tun sich mit diesen neuen Fettnäpfchen auf. Besonders Politikern, die eine Wahl schaffen wollen, stellen sich viele Fragen. Wie viel Social Media ist zu viel? Wo sind Standaktionen sinnvoll? Mit welchen technologischen Innovationen kann ich bei den Wählenden punkten?

Grundsätzlich können Kandidierende und politische Parteien hervorstechen, wie sie dies schon immer getan hätten, sagt Peter Stücheli-Herlach. Der Professor forscht auf dem Gebiet der politischen Kommunikation an der Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften (ZHAW). «Und zwar durch Aussagen, die für Wählende relevant sind, und durch eigenes Handeln und einen persönlichen Auftritt, der diese Aussagen glaubwürdig erscheinen lässt», sagt er.

Doch auch das Aufkommen der sozialen Medien darf nicht ausser Acht gelassen werden. Denn es komme die Notwendigkeit hinzu, einen Wahlkampf auf ganz verschiedenen medialen Plattformen zu führen. «Dabei müssen die Kandidierenden an die schnell wachsende Aktualität anknüpfen», so Stücheli-Herlach. Dies birgt grosse Herausforderungen.

Viel professionelles Können

Das Beispiel des SVP-Kandidaten aus dem Stadtzürcher Kreis 4 zeigt auf, was alles schiefgehen kann. Das Online-Magazin «Izzy» kontaktierte ihn telefonisch und erbat einen Senior mimend Hilfe beim Ausfüllen des Wahlzettels. Dabei wurde der Kandidat aufgezeichnet, wie er riet, die Wahlzettel von Familienmitgliedern auszufüllen, was illegal ist. Ein Video von diesem Telefongespräch ging anschliessend viral und der Kandidat fand sich inmitten eines Shitstorms wieder.

Auf die Frage, welche Parteien etwas besonders gut oder besonders schlecht machen, verweist Stücheli-Herlach darauf, dass er keinen Einblick in Strategien und Strukturen habe. «Öffentlich sichtbar ist aber ein beachtlicher Stand professionellen Könnens. Kernbotschaften und Slogans sind griffiger als auch schon», sagt er. Und fügt an: «Der Verzicht auf billigen Alarmismus zeugt vom Respekt gegenüber der Demokratie.»

Es braucht eigene Botschaften

Dennoch gebe es Beispiele für reine Selbstinszenierung. «Dabei handelt es sich um Wahlplakate, die sich kaum von Brillenwerbungen unterscheiden lassen.» Aber schliesslich sei jeder selber für seinen Kopf verantwortlich, was das Schöne an unserem System sei.
Auf welche Massnahmen dürfen regionale Parteien und Kandidierende nicht verzichten, wenn sie 2019 einen erfolgreichen Wahlkampf führen wollen?

Geht es nach Stücheli-Herlach, braucht es eine kluge und verantwortungsvolle Entwicklung seiner eigenen Botschaften. «Zudem muss man seine eigenen Aussagen laufend aktualisieren.» Zudem soll man auf Aktivitäten auf verschiedenen Plattformen setzen, von Social Media bis hin zu vielen Auftritten vor Publikum, die ganz besonders wichtig sind.

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