Uitikon
Wie es kam, dass die Gemeinde Uitikon plötzlich zu der Stadt Zürich gehörte

Uitikon In der Gemeinde fragte man sich, was die falsch angeschriebenen Ortstafeln bezwecken sollen. Das Problem hat sich aber in Minne aufgelöst.

Flavio Fuoli
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Zehn Tage lang irritierte diese falsche Tafel die Uitiker Bevölkerung ...

Zehn Tage lang irritierte diese falsche Tafel die Uitiker Bevölkerung ...

Uitikon, das stolze Uitikon, Top-Ten-Gemeinde im Kanton Zürich: Hier scheint es allenthalben, sei die Welt noch in Ordnung, der Blick ist bei Föhn auf die Alpenketten formidabel, der Steuerfuss gering, die Infrastruktur auf gutem Stand und die Leute gehen frohgemut ihren Geschäften nach.

Und doch herrschte Aufruhr in der ansonsten so ruhigen Gemeinde. Die Ortstafeln, nach der Sanierung der Waldeggkreuzung erst eben wieder aufgestellt, zeigten gar Seltsames.

Uitikon bei Luzern...

Das sah dann so aus: Wer von der Waldegg herauf fuhr, gewärtigte beim Ortseingang Uitikon die Tafel «Luzern», auf der darüber in kleiner Schrift «Uitikon/Waldegg» stand. Naheliegender, aber nicht minder ärgerlich, die Tafeln auf der entgegengesetzten Seite der Waldegg: «Zürich» gross geschrieben, darüber klein «Uitikon/Waldegg». Da hatten die Planer des kantonalen Tiefbauamts über den Köpfen des Uitiker Gemeinderats hinwegentschieden. Uitikon ohne eigene Ortstafeln, unmöglich.

Dieses für das Gemüt sicher vieler Ortsansässiger gewichtige Ärgernis gelangte als Gesprächsstoff bis in den Gemeinderat. Es wurde zwar nicht ein eigenes Traktandum darüber aufgestellt, doch unter der Rubrik «Verschiedenes» wurde der Tafelfrevel diskutiert. Erstens war man drüber empört, zweitens war die Gemeinde nicht orientiert worden. Die Tafelträger waren einfach zwei bis drei Wochen zuvor montiert worden, noch ohne Tafeln. Als der Frevel so weit war, fotografierte die Gemeindeverwaltung die Missetat. Ja, der Gemeindepräsident Victor Gähwiler nahm eine Begegnung mit Zürichs Stadtpräsidentin Corine Mauch zum Anlass, sie scherzend zu fragen, ob den Uitikon jetzt eingemeindet werde.

Die Uitiker hatten sich nicht zuletzt über die unglückliche Beschilderung gewehrt, weil jede noch so kleine Signalisationsänderung der Kantonspolizei gemeldet werden muss und deren verkehrstechnische Abteilung streng richtet.

Ein bisschen schmunzeln

Aber siehe da, es geschehen noch Zeichen und Wunder. Der Spuk dauerte nur zehn Tage lang. Dann waren die falschen Tafeln abmontiert, die richtigen angebracht: Niemand in Uitikon wusste, wie ihm geschah. Die Tafeln waren plötzlich und ohne Ankündigung ausgewechselt worden. Wer nun über die Waldegg ins Dorf fährt, weiss sofort, dass er nicht nächstens in Luzern oder Zürich, sondern im doch viel lieblicheren Uitikon ankommen wird.

Im Uitiker Gemeindehaus ist man erleichtert, kann über die Dorfposse aber auch ein bisschen schmunzeln. Und ja: «Das hat keine weiteren Konsequenzen für Uitikon», sagt Gemeindeschreiber Bruno Bauder gegenüber der Limmattaler Zeitung.