Schöner Schenken
Wertvoll und nachhaltig: Wie man Hoffnung schenken kann

Man muss es nicht immer in Papier verpacken können. Mit jemandem Zeit verbringen oder einem Hund in Not das Leben retten – auch das können Weihnachtsgeschenke sein, die wertvoller und nachhaltiger sind, als so manches materielle Präsent

Daniel Diriwächter
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Es muss nicht immer etwas Materielles sein: Zeit und Nähe gehören an Weihnachten zu den schönsten Geschenken.

Es muss nicht immer etwas Materielles sein: Zeit und Nähe gehören an Weihnachten zu den schönsten Geschenken.

Martin Ruetschi/Keystone

Es gibt Weihnachtsgeschenke, die sich nicht in goldenes Papier verpacken lassen. Man kann sie weder mit der Post versenden, noch unter dem Christbaum finden. Es sind Präsente, die von alleine leuchten und grösser sind als manche Edelmarken. Die Rede ist von Zeit, die sich schenken lässt, und von Spenden, die ihr Ziel erreichen, sprich: von Wohltätigkeit. Es gibt alleine in der Schweiz unzählige gemeinnützige Projekte, Organisationen und Institutionen, die man selbst oder im Namen eines anderen unterstützen kann. Jetzt im Dezember ist die Nachfrage besonders hoch.

Entscheidet man sich für ein Weihnachtsgeschenk dieser Art, lohnt sich ein Blick in Region, um Hoffnung zu schenken und anderen eine Freude zu bereiten. Das Limmattal bietet viele Adressen, die für ihr Engagement eine Unterstützung verdienen. Man hat die Qual der Wahl, aber mit garantiertem Sinn. Wir nennen hier einige Beispiele, wollen aber die Arbeit der nichtgenannten Organisationen ebenso hochleben lassen.

Die Hand reichen

Freiwilligenarbeit steht hoch im Kurs. Das gilt nicht nur an Weihnachten, sondern auch darüber hinaus. Jedoch ist der Dezember ein idealer Zeitpunkt, um seine Präsenz in der ehrenamtlichen Arbeit auf das nächste Jahr hin auszubauen – ein materielles Weihnachtsgeschenk wird schliesslich auch nicht nur an den Festtagen benutzt.

Die Stadt Dietikon bietet eine Online-Plattform mit dem Titel Freiwillige@Dietikon, auf der eine regelmässig aktualisierte Stellenbörse zu finden ist. So finden sich in der Freizeitanlage Chrüzacher immer wieder Möglichkeiten, um mitzuhelfen, wie etwa im Repair Café, wo ehrenamtliche Profis sich zusammen mit Besuchern um defekte Gegenstände kümmern.

Ebenso kann man sich an das städtische Alters- und Gesundheitszentrum (AGZ) wenden; Freiwillige helfen dort bei internen Anlässen, gehen mit den Bewohnern spazieren oder haben einfach ein offenes Ohr für sie. Das Pflegezentrum des Spitals Limmattal bietet ebenfalls Freiwilligen die Möglichkeit, um den Bewohnern den Tag zu erleichtern – und auch zu verschönern. Auf Begleitung setzt auch der in Schlieren ansässige Verein WABE Limmattal: Das Wachen und Begleiten von Kranken und Sterbenden. Motivierte Begleiter können sich dort anmelden, müssen allerdings ein gewisses Anforderungsprofil erfüllen.

 Freiwillige helfen im Alters- und Gesundheitszentrum (AGZ) bei internen Anlässen oder gehen mit den Bewohnern spazieren.

Freiwillige helfen im Alters- und Gesundheitszentrum (AGZ) bei internen Anlässen oder gehen mit den Bewohnern spazieren.

zvg

In der Vorweihnachtszeit wächst bei vielen auch das Bedürfnis, sich für Flüchtlinge einzusetzen. Hier lohnt es sich, die Gemeinden zu kontaktieren und nachzufragen, welche Möglichkeiten bereitstehen. Mentor kann man beispielsweise beim Projekt Fokusnetzwerk aus Schlieren werden, deren Website Flüchtlinge und Freiwillige aus der Region unkompliziert vernetzt. So kann man mit seinen Talenten und Stärken einem Menschen helfen, der sich hier integrieren möchte.

Beliebte Anlaufstellen

Die hier beheimateten Frauenvereine sind in Sachen Freiwilligenarbeit Leuchttürme der Region, bei denen es sich lohnt, nachzufragen, wo Mithilfe benötigt wird. Der Frauenverein Dietikon bietet unter anderem eine Nachbarschaftshilfe an, unter die Besorgungen, kleine Handreichungen oder Spaziergänge fallen. Helfer sind auch bei «Tischlein deck dich» willkommen: Jeden Mittwoch verteilt der Verein mit einer Organisation Nahrungsmittel an Menschen mit finanziellen Engpässen.

Auch die hiesigen Pfarreien sind offen für Anfragen. Die römisch-katholische Pfarrei Hl. Bruder Klaus in Urdorf suchte jüngst für eine Primiz im kommenden Januar, bei der laut eigenen Angaben 500 Besucher erwartet werden, freiwillige Helfer. Auch andere gemeinnützige Projekte und Organisationen – auch im Ausland – werden von den Kirchen unterstützt, dabei geht es meist um Spenden.

Sinnvolle Spenden

Spenden ist ein schneller und effektiver Weg, um Hilfe zu leisten, denn oftmals muss man die Mithilfe Profis überlassen. Die Stiftung Neuthal ist eine sucht- und milieutherapeutische Einrichtung im Zürcher Oberland. Süchtige Menschen werden dort in familiärer Atmosphäre in ein neues Leben begleitet. Obwohl die Stiftung auch von Limmattaler Gemeinden getragen wird, sind Spenden willkommen.

Fit bleibt man im Behindertensport Limmattal von PluSport, der seinen Mitgliedern viele Möglichkeiten zur sportlichen Betätigung bietet. Damit Sitzball, Schwimmen und Karate durchgeführt werden können, ist man bei der Organisation ebenfalls auf Spenden und Sponsorenbeiträge angewiesen.

Der Dietiker Verein «Jetzt – Helfer helfen Helfern» setzt auf Mitgliedschaften wie auch auf Spenden und fokussiert sich auf die Unterstützung von Flüchtlingen. Mit den Geldern will der Verein vor Ort tätige Hilfsorganisationen unterstützen und die Nothilfe auf sichere Beine stellen.

Bis nach Kenia wirkt der in Urdorf gegründete Verein zur Unterstützung der Siaya Kenia Children Fondation (SKCF), die AIDS-Waisen in der nordwestkenianischen Stadt Siaya hilft; ihnen wird die gebührenpflichtige Sekundarschule ermöglicht, was den Kindern und Jugendlichen positive Zukunftsperspektiven bringt.

Ein Herz für Tiere

Tiere lassen die Herzen erweichen. Der Gedanke an leidende Hunde, Katzen oder Pferde ist nur schwer zu ertragen. Aber es gibt Menschen, die dem Leid wagemutig und direkt in das Gesicht sehen. Beispielsweise gilt das Augenmerk des Weininger Vereins «Starromania» den streunenden Hunden in Rumänien. Von der Regierung zum Abschlachten freigegeben, weiss «Starromania», dass nur die Kastration das Problem längerfristig lösen wird. Sie setzen sich unter anderem dafür ein, dass die Streuner gechipt, registriert und vermittelt werden. Eine ehrenamtliche Arbeit, die auf Spenden angewiesen ist.

 «Starromania» setzt sich für streunende Hunde ein.

«Starromania» setzt sich für streunende Hunde ein.

zvg

Die in Birmensdorf ansässige Stiftung Tierbotschafter.ch unterstützt Tierschutzprojekte von Einzelkämpfern über die Landesgrenze hinaus. Die Projekte sind vielseitig und die Protagonisten wahre Helden. Das nicht zuletzt dank Spenden oder Tierpatenschaften, die ein tierisches Geschenk sein können.

Auch im Limmattal gibt es traurige Tierschicksale, deren Zahl nach der Weihnachtszeit zunehmen kann. Der Verein Limmattal – Säuliamt setzt sich für den Schutz von herrenlosen und ausgesetzten Tieren ein. Dank Spenden und diverser Mitgliederbeiträge kann er das auch weiterhin tun.

Sport, Theater oder Kunst?

Generell kann man sich auch von seinen Interessen leiten lassen und so für eine weihnachtliche Bescherung sorgen, die lange anhalten wird. In der Region gibt es viele Vereine und Klubs, die sich in der heutigen schnelllebigen Zeit behaupten. Auch wenn kein expliziter Spendenaufruf besteht, kann man sich immer unkompliziert erkundigen.

Nur ein paar Beispiele: Sie lieben Modelleisenbahnen – im Limmattal gibt es einige Klubs, die mit tollen Anlagen aufwarten, warum sich also nicht beteiligen und eine neue Lokomotive auf die Schienen bringen? Oder Sie singen für ihr Leben gerne – wieso nicht einen hiesigen Chor unterstützen oder gar einem beitreten? Oder lieber etwas mit Sport, Theater oder Kunst? Es lässt sich also vieles mit Freude schenken im Limmattal, sei es mittels Spende oder Engagement.

Serie (2/4)

Schöner Schenken

In dieser Festtagsserie stellt die Schweiz am Wochenende in vier Teilen Geschenkideen aus dem Limmattal vor. Wo finden Sie Überraschendes in der Region, wie können Sie Zeit oder Unterstützung schenken, was freut die Kleinen? Wir verraten es Ihnen.

Heute (Teil 2): So schenken Sie Zeit und Wohltätigkeit. Der nächste Teil
erscheint am Samstag in einer Woche.