Der Kredit über 1,3 Millionen Franken für die Sanierung des Pausenplatzes des Schulhauses Zentral wurde am Donnerstagabend im Dietiker Gemeinderat zur Zitterpartie für den Schulvorstand. Das Geschäft wurde erstaunlich emotional diskutiert. Dabei sah es zuerst so aus, als ob sich die Gemeinderätinnen und Gemeinderäte ziemlich einig seien. So sagte Esther Sonderegger (SP), die Sanierung sei dringend nötig: «Der Asphaltbereich ist voller Risse und Löcher.» Auch die SVP-Fraktion stellte eine mehrheitliche Zustimmung in Aussicht. Man wisse, dass die Schulanlage grossen Sanierungsbedarf aufweise, sagte Konrad Lips.

Auch Reto Siegrist (CVP) sprach sich für die Sanierung aus: «Die Zeit nagt», sagte er. Lucas Neff (Grüne) bezeichnete den Zustand des Pausenplatzes als gefährlich. Der Sanierungsbedarf stehe ausser Diskussion. Ernst Joss (AL) verwies darauf, dass der Pausenplatz bereits im Jahr 1988 ein Thema gewesen sei. Aber immer sei etwas anderes dazwischengekommen. Nun könne man nicht mehr länger warten mit der Sanierung. Auch die EVP/GLP-Fraktion sagte Ja zum Projekt. «Die Kinder haben einen schöneren Platz verdient», fand Christiane Ilg (EVP).

«Wie ein Schiessstand ohne Kugelfang»

Gegen den Kredit stellte sich die FDP. Man betrachte das Projekt zwar grundsätzlich als gut und nachhaltig, sagte Michael Segrada. «Wir verstehen jedes Kind, das über den Pausenplatz geht und sich etwas Schöneres wünscht.» Jedoch frage er sich, ob der Platz wirklich das dringendste Sanierungsobjekt sei. Die FDP verlange vom Stadtrat eine Prioritätenliste und einen Massnahmenkatalog, der zeige, wann was erneuert werden müsse. Weil dies nicht vorliege, lehne die FDP den Kredit ab.

Martin Müller (DP), der neben dem Zentralschulhaus wohnt, beklagte sich darüber, dass das vorliegende Projekt nur die Bedürfnisse der Schüler, aber nicht der Anwohner berücksichtige. Er störte sich vor allem daran, dass mit dem geplanten Tartanplatz vermehrt auch Sportstunden draussen stattfinden könnten. Dies mache zu viel Lärm.

Schliesslich stellte Stephan Wittwer (SVP) den Antrag, den Kredit auf 900 000 Franken zu kürzen, um bloss den Platz, wie er ist, zu sanieren und kein Spielfeld zu erstellen. Der Grund: Dass der Tartanplatz aufgrund von Auflagen des Heimatschutzes ohne Ballfang geplant werde, sei gemeingefährlich. «Kein Mensch würde auf die Idee kommen, einen Schiessstand aufzustellen ohne Kugelfang», sagte Wittwer. Jeder der dem Projekt zustimme, mache sich schuldig im Falle eines Unfalles. Mit seinem Kürzungsantrag entbinde er sich der kollektiven Verantwortung.

Er streite nicht ab, dass ein Ballfang gut wäre, sagte Schulvorstand Jean-Pierre Balbiani (SVP). Aber es gebe nun mal gewisse Einschränkungen. Und: «Wir betrachten die Unfallgefahr bei weitem nicht als so dramatisch, wie sie nun dargestellt wurde», sagte er. Es sei ihm zudem bewusst, dass 1,3 Millionen viel Geld sei für einen Pausenplatz. Aber wenn man den Betrag nun kürze, dann erhalte man etwas Halbbatziges.

Wittwers Änderungsantrag wurde schliesslich mit 23 zu 9 Stimmen abgelehnt. Dem Kredit stimmte das Parlament ebenfalls mit 23 zu 9 Stimmen zu.