Eishockey
Wenn der EHC Urdorf nicht stolzer auftritt, werden Spieler supendiert

Nach dem 2:5 des EHC Urdorf gegen Bassersdorf wird die Luft im Tabellenkeller der 2. Liga immer dünner. Beim Schlusslicht werden vor den letzten vier Qualifikationsspielen Konsequenzen erwogen. Im Visier von Sportchef Ruedi Haas sind die Spieler.

Raphael Biermayr
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Wer hat noch gut lachen, wenn es einen Kaderschnitt gibt?

Wer hat noch gut lachen, wenn es einen Kaderschnitt gibt?

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Urdorfs Sportchef Ruedi Haas konnte seinen Unmut auf der Tribüne der Kolping Arena nicht immer herunterschlucken. Er hatte vor dem Match Leidenschaft von der Mannschaft gefordert und wurde enttäuscht.

Nach der Schlusssirene ging er in die Kabine und sprach zu den Spielern. «Ich habe ihnen klipp und klar gesagt, was ich von dieser Leistung halte: Sie war eine Frechheit. Da war kein Stolz, kein Charakter. Bei vielen hatte ich während des Spiels eine Leck-mich-am-Arsch-Haltung ausgemacht.»

Keine Abschussliste im Kopf

Deutliche Worte, die nach Konsequenzen schreien. Haas, Vater von Urdorfs Verteidiger Serge, stellt klar: «Die Spieler sind schuld.» Weil er aber keine finanzielle Handhabe hat und «nicht 20 rauswerfen kann», sind die Möglichkeiten rar.

Der frühere Spitzen-Nachwuchstrainer stellt die Suspension einiger Akteure in Aussicht, die «die anderen mit ihrer negativen Einstellung herunterziehen». Namen? Eine Abschussliste habe er keine im Kopf, «diesbezüglich ist alles offen».

Haas hält fest: «Grundsätzlich glaube ich an die Mannschaft, ich gebe ihr noch eine Chance.» Die wird sie also am kommenden Samstag im Match gegen Chiasso erhalten. Sollte sie sich dort gut präsentieren und allenfalls punkten, lässt der Sportchef Gnade walten.

Hünis Position ist ungefährdet
Die Spieler stehen also in der Verantwortung. Und was ist mit Trainer Hüni? «Er macht seinen Job, das kriege ich ja selbst mit», sagt Haas. Er beruft sich in seiner Stützung ausserdem darauf, dass sich die Mannschaft zu einem früheren Saisonzeitpunkt einstimmig für den Coach ausgesprochen hat.

Ein allfälliger Kaderschnitt würde «nur in Absprache» mit Hüni erfolgen. Der ist bekanntlich aber kein Freund von Massnahmen, die die Spieler verärgern. Ein wiederkehrendes Indiz dafür ist das Einsetzen von vier Sturmlinien während fast der ganzen Spielzeit.

Das ist ein Punkt, der Ruedi Haas sauer aufstösst. «Ich bin da anderer Meinung als Dani und habe das auch schon angesprochen. Am Ende entscheidet aber er über die Aufstellung.»

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