Die Grenze von 90 000 Einwohnern im Bezirk Dietikon ist bald erreicht. Per Ende 2016 wohnten 89 349 Personen im Bezirk Dietikon. Gegenüber dem Vorjahr entspricht dies einer Zunahme von 1,3 Prozent. Damit ist das Bevölkerungswachstum etwas weniger stark als in den beiden Jahren zuvor. Damals lagen die Werte bei 1,8 Prozent (2015) respektive 2,1 Prozent (2014). In absoluten Zahlen hat im vergangenen Jahr Dietikon am stärksten zugelegt. Dort ist die Einwohnerzahl um 296 angestiegen.

Ganz anders präsentiert sich die Situation in Urdorf. Die Gemeinde ist etwas geschrumpft. Und zwar um 32 Personen. Prozentual am stärksten gewachsen ist 2016 Aesch. Die Einwohnerzahl stieg um 5,9 Prozent. Diese und weitere Erkenntnisse lassen sich aus den jüngst veröffentlichten Bevölkerungszahlen und dem neuen Statistischen Jahrbuch des Statistischen Amtes des Kantons Zürich ablesen. Letzteres ist mittlerweile der Klassiker unter den Veröffentlichungen der kantonalen Verwaltung. Es bietet eine Fülle von Informationen über das Leben und die Menschen im Kanton. Grund genug, den Bezirk Dietikon statistisch unter die Lupe zu nehmen. 

Bildung: Oetwil zählt auf Schüler

Nirgends im ganzen Kanton Zürich gibt es einen so hohen Anteil an Primarschülern wie in Oetwil. 137,2 sind es dort pro 1000 Einwohner, wie die Zahlen für 2015 ausweisen. Nur in vier weiteren Gemeinden im Kanton liegt dieser Wert ebenfalls über 100, nämlich in Rifferswil (109), Schlatt (106,1), Dättlikon (105) und Dägerlen (104). Im Limmattal pendelt dieser Wert in den übrigen Gemeinden zwischen 53 in Unterengstringen und 65,8 in Birmensdorf.

Auch was den Anteil an Oberstufenschülern pro 1000 Einwohner betrifft, schwingt Oetwil kantonsweit obenaus. In Bezug auf den Mittelschüleranteil ist eine andere Limmattaler Gemeinde ganz weit vorne. Auf 1000 Einwohner kommen in Uitikon 32,6 Mittelschüler. Lediglich in Hettlingen (36,2) und Herrliberg (33,2) sind es kantonsweit noch mehr. Prozentual am meisten Berufsschüler im Bezirk Dietikon wohnen in Weiningen. Pro 1000 Einwohner sind es dort 30,9. 

Verkehr: Vor allem in Urdorf brummt es

Über 915 000 Motorfahrzeuge waren 2016 mit einem ZH-Nummernschild unterwegs. Auf 1000 Einwohner macht das kantonsweit 625. Der Bezirk Dietikon liegt in dieser Statistik über dem Durchschnitt. Hier kommen auf 1000 Einwohner 694 Motorfahrzeuge. Den Spitzenwert hält diesbezüglich jedoch der Bezirk Andelfingen mit 822 Motorfahrzeugen pro 1000 Einwohner. Den tiefsten Wert weist Zürich auf. 445 Motorfahrzeuge sind es dort.

Auch bezüglich der Personenwagen pro 1000 Einwohner liegt die grösste Stadt des Kantons mit 344 am untersten Ende der Skala. Zuoberst steht der Bezirk Dielsdorf mit 617 Personenwagen je 1000 Einwohner. Der Bezirk Dietikon kommt auf einen Wert von 535. Deutlich über dem Schnitt liegt Weiningen. Dort sind 695 Personenwagen pro 1000 Einwohner registriert. So viele wie in keiner anderen Gemeinde im Limmattal. Anders präsentiert sich die Situation in Dietikon mit 472 Personenwagen je 1000 Einwohner, dem tiefsten Wert aller Limmattaler Gemeinden. Nimmt man alle Motorfahrzeuge in den Blickwinkel, dann erreicht Urdorf mit 899 pro 1000 Einwohner den Spitzenwert.

Landschaft: Halb Oberengstringen ist bebaut

Hoch hinaus geht es in Uitikon. Mit 553 Meter über Meer ist sie die höchst gelegene Gemeinde im Bezirk Dietikon. Die Differenz zur tiefstgelegenen beträgt 165 Meter. Es ist Dietikon. Der Bezirkshauptort hat dafür den höchsten Gewässeranteil an der Gesamtfläche. Er liegt bei 5,1 Prozent. Auch mit einer Verkehrsfläche von 15 Prozent nimmt Dietikon die Spitzenposition ein. In Aesch, das am Ende der Skala rangiert, liegt dieser Wert bei 2,9 Prozent.

Dafür hat das Dorf mit 57,5 Prozent den mit Abstand höchsten Anteil an Landwirtschaft an der Gesamtgemeindefläche. In Dietikon liegt dieser gerade einmal bei 16,3 Prozent, in Schlieren bei 17,6 Prozent. Die zweitgrösste Stadt des Bezirks weist dafür eine sehr grosse Siedlungsfläche gemessen am Gemeindegebiet auf, nämlich 40,7 Prozent. Der Spitzenwert ist das jedoch noch nicht. Zu finden ist dieser in Oberengstringen. 43 Prozent des Gemeindegebiets sind dort Siedlungsfläche. In Oetwil auf der anderen Seite sind es lediglich 15,5 Prozent. Dafür weist die Gemeinde zusammen mit Weiningen die grösste Waldfläche an der Gesamtfläche auf: 38,3 Prozent.

Die Bevölkerungsentwicklung im Bezirk Dietikon seit 2006

Die Bevölkerungsentwicklung im Bezirk Dietikon seit 2006

Wohnen: Über ein Drittel wohnt alleine

Nimmt man die Haushaltsgrössen als Massstab, dann wohnen viele Limmattaler gerne alleine. 13 524 Einpersonenhaushalte zählte der Bezirk Dietikon 2015. Das bei insgesamt 38 891 Privathaushalten. Macht einen Anteil von 34,8 Prozent. Übertroffen wird dieser Wert in vier Gemeinden. In Schlieren sind 37,3 Prozent aller Haushalte Einpersonenhaushalte, in Urdorf 36,8 Prozent, in Oberengstringen 36,6 Prozent und in Dietikon 35,1 Prozent. Lediglich Uitikon weist in dieser Statistik mit 27,9 Prozent einen Wert unter der 30-Prozent-Marke aus.

Gewohnt wurde mehrheitlich in Drei- oder Vierzimmerwohnungen. Erstere machen im Bezirk Dietikon 32,4 Prozent am Gesamtwohnungsbestand aus, letztere 30,1 Prozent. Der Anteil der Einfamilienhäuser am Wohnungsbestand liegt bei 13 Prozent. Wobei markante Unterschiede in den einzelnen Gemeinden auszumachen sind. In Aesch machen die Einfamilienhäuser 37,5 Prozent des Wohnungsstandes aus und in Uitikon 30,2 Prozent. In Schlieren hingegen nur 6 Prozent und in Oberengstringen 7,3 Prozent. Gemessen am Wohnungsstand finden sich in Oetwil mit 63,8 Prozent die meisten Wohneigentumsobjekte. Am tiefsten ist dieser Wert mit 16,8 Prozent in Schlieren.

Erschliessung: Die Wege sind kurz, besonders in Dietikon

Wer von zu Hause die nächste Haltestelle ansteuert, muss im Bezirk Dietikon im Schnitt 180 Meter zurücklegen. Lediglich in den Bezirken Horgen (173 Meter) und Zürich (152 Meter) sind die Distanzen noch kürzer. Gut haben es vor allem die Dietikerinnen und Dietiker. Im Schnitt sind von ihnen 137 Meter bis zur nächsten Haltestelle gefordert. Aber auch in Uitikon (153 Meter), Urdorf (183 Meter), Oetwil (192 Meter) und Oberengstringen (195 Meter) beträgt die Distanz weniger als eine halbe Runde in einem Leichtathletikstadion.

In Aesch dagegen sind im Schnitt 277 Meter Fussweg bis zur nächsten Haltestelle gefordert. Das ist aber noch immer nichts im Vergleich zu dem, was die Einwohner von Hofstetten im Bezirk Winterthur zu ertragen haben. Über 1,1 Kilometer beträgt der Weg im Schnitt bis zur nächsten Haltestelle. Immerhin noch 670 Meter sind es in der Gemeinde Flurlingen im Bezirk Andelfingen. Der kantonale Schnitt liegt bei 192 Metern.

Abfall: Die Menge kann täuschen

Immer mehr Menschen produzieren immer mehr Abfall. 2015 lagen die eingesammelten Kehrichtmengen im Bezirk Dietikon bei 19 952 Tonnen. Vor zehn Jahren waren es noch 15 878 Tonnen. Rechnet man diese Mengen auf einen einzelnen Einwohner um, dann produzierten die Bezirksbewohner 2015 im Schnitt 226,3 Kilogramm Abfall. Wobei die Höchstwerte in Dietikon zu finden sind. 231,5 Kilogramm pro Kopf kamen dort zusammen. In Geroldswil hingegen waren es nur 156,6 Kilogramm. Die Zahlen sind allerdings mit Vorsicht zu geniessen. Denn Direktanlieferungen von Haushalten und Betrieben an die Kehrichtverbrennungsanlage sind in der Statistik nicht berücksichtigt. Zudem werden die Werte pro Gemeinde je nach Grösse des Gewerbes und der Industrie unterschiedlich beeinflusst.