Parkplätze Oberengstringen
Weisse Zonen sollen gegen die Parkplatznot helfen

Der Gemeinderat von Oberengstringen hat das Konzept für die Parkplatzbewirtschaftung präsentiert. Es soll mehr Parkplätze für die Anwohner geben, eine klare Regelung für alle und Verkehrsberuhigungen sollen unterstützt werden.

Sandro Zimmerli
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Das Parkieren bei der Bushaltestelle im Zentrum soll kostenpflichtig bleiben.

Das Parkieren bei der Bushaltestelle im Zentrum soll kostenpflichtig bleiben.

Sandro Zimmerli

Mehr Parkplätze für die Anwohner, eine klare Regelung für alle oder die Unterstützung der Verkehrsberuhigung - das sind nur einige Ziele, die der Oberengstringer Gemeinderat mit seinem Konzept für eine Parkplatzbewirtschaftung auf den Gemeindestrassen verfolgt. Er stellte seinen Entwurf der Bevölkerung vor und beschritt damit Neuland.

Der Informationsanlass wurde als Rückmeldeveranstaltung organisiert. Die Teilnehmer hatten nach der Vorstellung des Projektes in Gruppen Zeit, das Gehörte zu diskutieren und Anliegen an den Gemeinderat zu formulieren. Dieser wird sich mit den Rückmeldungen auseinandersetzen, ehe er das fertige Konzept zuhanden der Gemeindeversammlung verabschiedet.

Parkscheiben und Parkkarten

Mit der Durchführung des Informationsabends wurde die Kommunikationsberatungsfirma «Frischer Wind» beauftragt, die bereits die Zukunftskonferenz im November 2009 durchgeführt hatte. Aus dieser ist der Steuerungsausschuss zur Attraktivitätssteigerung (AOE) hervorgegangen. Der AOE war es auch, der den Gemeinderat dazu aufforderte, ein Parkplatzbewirtschaftungskonzept zu erstellen. Er nahm damit ein Anliegen von Anwohnern verschiedener von Fremdparkierern betroffener Strassen auf.

Der Entwurf sieht vor, dass an den meisten Gemeindestrassen weisse Parkfelder erstellt werden, auf denen mit einer Parkscheibe geparkt werden kann - und zwar von Montag 7 Uhr bis Samstag 19 Uhr, ausgenommen sind Sonntage und allgemeine Feiertage. Die maximale Gratisparkdauer soll auf 5 Stunden festgelegt werden. Die Anwohnerbevorzugung soll durch Parkkarten erreicht werden. (siehe Box)

Gebühren: «400 Franken für eine Jahresparkkarte»

Das neue Oberengstringer Parkplatzregime sieht vor, dass Anwohner bevorzugt behandelt werden sollen und so das Fremdparkieren eingedämmt wird. Erreicht werden soll dies mit Parkkarten. Dem Gemeinderat schweben verschiedene Arten von Karten vor. So soll es künftig möglich sein, Jahres-, Halbjahres-, Monats- und Tagesparkkarten zu kaufen. Die Karten werden an den Gemeindestrassen, an denen keine Gebührenpflicht herrscht, gültig sein, inklusive der Allmendstrasse. Zudem werden sie auch auf dem Parkplatz beim Friedhof gelten. Während für den Kauf von Tageskarten oder den Block à 10 Tageskarten auch Auswärtige berechtigt sind, sind die Jahres-, Halbjahres- und Monatsparkkarten nur Anwohnern und Arbeitnehmern von in Oberengstringen ansässigen Unternehmen vorbehalten. Bezogen werden können die Karten auf der Gemeindeverwaltung und an einem Automaten beim Gemeindehaus. Dieser Automat soll es ermöglichen, dass Karten auch in der Nacht gekauft werden können. Eine Jahreskarte soll 400 Franken, die halbjährliche 220 Franken, die Monatskarte 50 Franken, der 10-Tage-Block 80 Franken und die Tageskarte 10 Franken kosten. Für Auswärtige, die eine Tageskarte oder einen 10er-Block kaufen wollen, gelten die gleichen Tarife. Allerdings gibt eine Parkkarte kein Anrecht auf einen Parkplatz. Die Gebühren an den Ticketautomaten setzen sich wie folgt zusammen: Bei den Parkplätzen vor dem Zentrum kosten 15 Minuten Parkzeit 50 Rappen. Auf allen anderen gebührenpflichtigen Parkplätzen kann man für denselben Betrag eine Stunde parkieren. (zim)

An besonderen Orten nur gegen Gebühr

An besonderen Standorten soll das Parkieren nur gegen Gebühr möglich sein. Dort werden zentrale Parkuhren aufgestellt. Zu diesen Orten gehören wie bisher die Parkfelder beim Coop und dem neu eröffneten chinesischen Medizincenter sowie an der Zürcherstrasse vor dem Zentrum.

Neu sollen gebührenpflichtige Parkplätze beim Schulhaus Allmend, der Sportanlage Brunewiis, beim alten Schulhaus, bei der Badi, dem Tennisclub und dem Schützenhaus entstehen. Ein Parkverbot soll weiterhin an der Dorfstrasse gelten. Mit der Kontrolle der Parkplätze wird eine private Firma beauftragt.

Viele Anliegen der Bevölkerung

Ziel ist es, die Vorlage im November vor die Gemeindeversammlung zu bringen, gleichzeitig mit dem Geschäft zur Einführung von Tempo 30. «Wir wollen beide Projekte gleichzeitig umsetzen. So ist es möglich, die Signalisation für Tempo 30 und das neue Parkplatzregime in einem zu realisieren», sagte Sicherheitsvorsteherin Claudia Trüb.

Eine Abstimmung über die Parkplatzbewirtschaftungsvorlage im November war unter anderem auch eine Forderung aus dem Plenum. Daneben wurden seitens der Teilnehmer eine Reihe weiterer Anliegen formuliert. Sie forderten unter anderem, dass das Bewirtschaftungskonzept kostenneutral sein soll, Anwohner und deren Gäste bevorzugt werden oder die Privatstrassen in das öffentliche Eigentum überführt werden.

Machen blaue Zonen Sinn?

Weiter wurden auch Fragen aufgeworfen. Beispielsweise, ob es nicht Sinn mache, wie in der Stadt Zürich, blaue Zonen einzuführen. Ein Vorschlag, den andere grundsätzlich ablehnen. Da durch die geplante Einführung von Tempo 30 an gewissen Strassen Parkplätze zur Verkehrsberuhigung neu angeordnet werden müssen, wollten einige Votanten wissen, wie viele Parkfelder in Zukunft zur Verfügung stünden. Wieder anderen sind die Gebühren zu hoch.

Auf einige Fragen wurde bereits im Anschluss an die Präsentation eingegangen. Laut Anita Suter vom Planungsbüro Suter, von Känel, Wild AG werden künftig etwa gleich viele Parkplätze wie heute zur Verfügung stehen. Die blauen Zonen, gab Suter zu bedenken, kämen einer starken Einschränkung gleich. Erlaubt sei dort eine Parkdauer von 1,5 Stunden. Zudem gelte sie nur zwischen 9 und 18 Uhr.