Parkplätze Oberengstringen

Weisse Zonen sollen gegen die Parkplatznot helfen

Das Parkieren bei der Bushaltestelle im Zentrum soll kostenpflichtig bleiben.

Das Parkieren bei der Bushaltestelle im Zentrum soll kostenpflichtig bleiben.

Der Gemeinderat von Oberengstringen hat das Konzept für die Parkplatzbewirtschaftung präsentiert. Es soll mehr Parkplätze für die Anwohner geben, eine klare Regelung für alle und Verkehrsberuhigungen sollen unterstützt werden.

Mehr Parkplätze für die Anwohner, eine klare Regelung für alle oder die Unterstützung der Verkehrsberuhigung - das sind nur einige Ziele, die der Oberengstringer Gemeinderat mit seinem Konzept für eine Parkplatzbewirtschaftung auf den Gemeindestrassen verfolgt. Er stellte seinen Entwurf der Bevölkerung vor und beschritt damit Neuland.

Der Informationsanlass wurde als Rückmeldeveranstaltung organisiert. Die Teilnehmer hatten nach der Vorstellung des Projektes in Gruppen Zeit, das Gehörte zu diskutieren und Anliegen an den Gemeinderat zu formulieren. Dieser wird sich mit den Rückmeldungen auseinandersetzen, ehe er das fertige Konzept zuhanden der Gemeindeversammlung verabschiedet.

Parkscheiben und Parkkarten

Mit der Durchführung des Informationsabends wurde die Kommunikationsberatungsfirma «Frischer Wind» beauftragt, die bereits die Zukunftskonferenz im November 2009 durchgeführt hatte. Aus dieser ist der Steuerungsausschuss zur Attraktivitätssteigerung (AOE) hervorgegangen. Der AOE war es auch, der den Gemeinderat dazu aufforderte, ein Parkplatzbewirtschaftungskonzept zu erstellen. Er nahm damit ein Anliegen von Anwohnern verschiedener von Fremdparkierern betroffener Strassen auf.

Der Entwurf sieht vor, dass an den meisten Gemeindestrassen weisse Parkfelder erstellt werden, auf denen mit einer Parkscheibe geparkt werden kann - und zwar von Montag 7 Uhr bis Samstag 19 Uhr, ausgenommen sind Sonntage und allgemeine Feiertage. Die maximale Gratisparkdauer soll auf 5 Stunden festgelegt werden. Die Anwohnerbevorzugung soll durch Parkkarten erreicht werden. (siehe Box)

An besonderen Orten nur gegen Gebühr

An besonderen Standorten soll das Parkieren nur gegen Gebühr möglich sein. Dort werden zentrale Parkuhren aufgestellt. Zu diesen Orten gehören wie bisher die Parkfelder beim Coop und dem neu eröffneten chinesischen Medizincenter sowie an der Zürcherstrasse vor dem Zentrum.

Neu sollen gebührenpflichtige Parkplätze beim Schulhaus Allmend, der Sportanlage Brunewiis, beim alten Schulhaus, bei der Badi, dem Tennisclub und dem Schützenhaus entstehen. Ein Parkverbot soll weiterhin an der Dorfstrasse gelten. Mit der Kontrolle der Parkplätze wird eine private Firma beauftragt.

Viele Anliegen der Bevölkerung

Ziel ist es, die Vorlage im November vor die Gemeindeversammlung zu bringen, gleichzeitig mit dem Geschäft zur Einführung von Tempo 30. «Wir wollen beide Projekte gleichzeitig umsetzen. So ist es möglich, die Signalisation für Tempo 30 und das neue Parkplatzregime in einem zu realisieren», sagte Sicherheitsvorsteherin Claudia Trüb.

Eine Abstimmung über die Parkplatzbewirtschaftungsvorlage im November war unter anderem auch eine Forderung aus dem Plenum. Daneben wurden seitens der Teilnehmer eine Reihe weiterer Anliegen formuliert. Sie forderten unter anderem, dass das Bewirtschaftungskonzept kostenneutral sein soll, Anwohner und deren Gäste bevorzugt werden oder die Privatstrassen in das öffentliche Eigentum überführt werden.

Machen blaue Zonen Sinn?

Weiter wurden auch Fragen aufgeworfen. Beispielsweise, ob es nicht Sinn mache, wie in der Stadt Zürich, blaue Zonen einzuführen. Ein Vorschlag, den andere grundsätzlich ablehnen. Da durch die geplante Einführung von Tempo 30 an gewissen Strassen Parkplätze zur Verkehrsberuhigung neu angeordnet werden müssen, wollten einige Votanten wissen, wie viele Parkfelder in Zukunft zur Verfügung stünden. Wieder anderen sind die Gebühren zu hoch.

Auf einige Fragen wurde bereits im Anschluss an die Präsentation eingegangen. Laut Anita Suter vom Planungsbüro Suter, von Känel, Wild AG werden künftig etwa gleich viele Parkplätze wie heute zur Verfügung stehen. Die blauen Zonen, gab Suter zu bedenken, kämen einer starken Einschränkung gleich. Erlaubt sei dort eine Parkdauer von 1,5 Stunden. Zudem gelte sie nur zwischen 9 und 18 Uhr.

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