Gubrist
Weiningen erhält Unterstützung

Der Entscheid des Zürcher Regierungsrates ist ein wichtiger Schritt für Weiningen beim Kampf für eine Überdeckung des Gubristportals. Entscheidend wird aber sein, wie sich der Bund zur Idee stellt und wie viel er bereit ist, dafür zu zahlen.

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Gubristtunnel

Gubristtunnel

Limmattaler Zeitung

Sandro Zimmerli

«Ich bin sehr glücklich. Das ist ein wichtiger Schritt für uns», freut sich Hanspeter Haug. Die gute Nachricht aus Zürich erreichte den Weininger Gemeindepräsidenten gestern Morgen. Der Regierungsrat hat sich in einer Stellungnahme dafür ausgesprochen, die Gemeinde Weiningen bei ihrer Forderung nach einer Überdeckung des Gubristportals im Rahmen des Ausbaus der Nordumfahrung zu unterstützen. «Es ist gut, einen Verbündeten an seiner Seite zu haben», erklärt Haug weiter. Gleichzeitig warnt er aber vor allzu viel Enthusiasmus. «Das Ende unserer Bemühungen haben wir noch nicht erreicht. Wichtig ist jetzt, wie sich das Bundesamt für Strassen (Astra) entscheidet», so Haug. Das federführende Astra wehrt sich bislang nämlich, Weiningen im Rahmen des Ausbaus des Gubristtunnels einen Autobahndeckel zuzugestehen.

Ähnlich ist der Tenor beim Kanton. Auch dort betont man, dass mit dem Entscheid noch nichts gewonnen ist.

In seiner Stellungnahme fordert der Regierungsrat den Bund dazu auf, «zu Verhandlungen über einen Kostenteiler und eine Trägerschaft Hand zu bieten». «Die Finanzierungsfrage dürfte wohl die grösste Hürde auf dem Weg zu einer Überdeckung sein», sagt dann auch Markus Traber, Chef des Amtes für Verkehr der Volkswirtschaftsdirektion des Kantons Zürich. Grundsätzlich sei der Kanton bereit sich finanziell am Bau der Überdeckung zu beteiligen. Gemäss eines vom Weininger Gemeinderat und dem Amt für Verkehr gemachten Vorschlages namens «Chance Gubrist» würde eine Überdeckung des Tunnelportals zwischen 50 und 60 Millionen Franken kosten.

Bei der Präsentation des Vorschlages letzten Monat (Ausgabe vom 21. August) erklärte sich Weiningen bereit maximal 10 Prozent dieser Kosten zu übernehmen. Beim Kanton will man als Verhandlungsbasis den Kostenteiler für die geplante Überdeckung der Autobahn beim Katzensee als Grundlage nehmen. «Bei der Überdeckung Katzensee werden 65 Prozent der Kosten vom Bund übernommen, 20 Prozent vom Kanton und 15 Prozent von der Stadt», so Traber. Allerdings glaube er nicht, dass der Bund im Fall von Weiningen wegen der hohen Kosten des Projektes bereit sei, ebenfalls 65 Prozent zu übernehmen. «Die Überdeckung ist deshalb nur finanzierbar, wenn es gelingt, private Investoren zu finden», hält Traber fest. Laut Hanspeter Haug gebe es bereits private Interessenten. «Über die Aufteilung der Kosten spreche ich aber erst, wenn wir mit dem Astra am Verhandlungstisch sitzen», erklärt er.

Die Suche nach privaten Investoren für die Überdeckung des Tunnelportals ist eng mit der Idee hinter dem Projekt «Chance Gubrist» verknüpft. Die Überdeckung der A1 auf einer Länge von 270 Metern soll, neben einem Lärm- und Abgasschutz, primär genutzt werden, um zwischen Weiningen und Unterengstringen einen zusammenhängenden Freiraum zu schaffen. Dies würde rund 10 000 Quadratmeter neue, nutzbare Fläche schaffen. Unter Einbezug angrenzender Flächen kann ein Gebiet für Begegnung, Arbeiten und Wohnen geschaffen werden, so die Idee. Diese wurde dem Astra im Juli in Form eines Projektes zur Prüfung eingereicht.

Geht das Astra darauf ein, kann es bis Ende Jahr konkretisiert werden und ohne Zeitverlust für den Gubristausbau in dieses Projekt integriert werden. «Das ist ganz in unserem Sinn», so Traber. Denn der Regierungsrat unterstütze die Idee des Deckels nur unter dem Vorbehalt, dass die Realisierung des Gesamtprojektes durch die Überdeckung nicht verzögert werden darf.

Vorschläge, wie der Freiraum genutzt werden kann, bestehen bereits. Neben dem Tunnelportal, entlang der Zürcherstrasse in Weiningen, könnte ein Detailhandels- und Dienstleistungsareal entstehen als Alternative zu den Einkaufszentren der Umgebung. Ein Geschäftsareal würde Büro- und Gewerbeflächen und sogar ein Hotel enthalten. Und auch eine Wohnsiedlung ist vorstellbar, umrahmt von parkähnlichen Grünflächen.